Umweltrat für gleichberechtigte, bäuerliche Interessenvertretung

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung hat in seinem diesjährigen Umweltgutachten darauf hingewiesen, dass der Deutsche Bauernverband eine einflussreiche Schlüsselrolle in der agrarpolitischen Entscheidungsfindung hat. Der SRU kritisiert diese Einzelstellung, weil in der Diskussion zur Agrarpolitik weitere Interessen und Verbände, darunter die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, ein diverseres Meinungsbild ergeben.

Die vom Bundesumweltministerium berufenen WissenschaftlerInnen empfehlen: "Verbraucher-, Umwelt-, Naturschutz- und reformbereite Landwirtschaftsinteressen sollten im formellen und informellen Beratungs- und Entscheidungssystem der Landwirtschaftspolitik von Bund und Ländern deutlich aufgewertet werden. Die Landwirtschaftspolitik muss in diesem Sinne dem pluralistischen Charakter der verschiedenen gesellschaftlichen Interessen an einer veränderten Agrarpolitik stärker Rechnung tragen. Eine privilegierte Stellung des Deutschen Bauernverbandes bei der Interessenvertretung gegenüber den Landwirtschaftsministerien von Bund und Ländern (...) ist nicht mehr zeitgemäß. Andere landwirtschaftliche Verbände und gesellschaftliche Gruppen müssen gleichberechtigt Berücksichtigung finden."