Transatlantische Bauernerklärung gegen CETA und TTIP

„TTIP und CETA stoppen“ ist eine zentrale Forderung der Bauernorganisationen National Family Farm Coalition (NFFC) aus den USA, der National Farmers Union (NFU) aus Kanada und von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Die Organisationen veröffentlichten am 12. September ihre gemeinsame Erklärung: „Bäuerinnen und Bauern wollen kein CETA und TTIP“. Die Bauernorganisationen weisen darauf hin, dass die Landwirtschaft und ihre Bauernhöfe sowie die Umwelt auf beiden Seiten des Atlantiks die Verlierer sein werden. Die Gentechnikfreiheit stehe auf dem Spiel genauso wie eine qualitativ hochwertige und regionale Lebensmittelversorgung in Amerika und Europa, so die transatlantische Erklärung.

„Es ist wichtig, dass wir uns mit unseren amerikanischen Berufskolleginnen und -kollegen zusammen tun und zeigen, dass TTIP und CETA anti-amerikanisch, anti-kanadisch und auch anti-europäisch sind“, sagt Gertraud Gafus, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). „Auf beiden Seiten des Atlantiks erhalten Agrar- und Chemiekonzerne durch diese Abkommen weitreichende Hebel wie Investorenschutz und Regulatorische Kooperation an die Hand, um ihre Interessen in der Politik durchzusetzen. Wir fordern die Bundesregierung auf, unser Wertesystem in der Lebensmittelerzeugung, unsere Lebensmittelstandards und das Vorsorgeprinzip zu stärken. Deshalb darf es keine Zustimmung für CETA und TTIP geben.“

„Die aktuelle Krise im Schweine- und Milchmarkt wird durch solche Abkommen noch verschärft, denn für diese sensiblen Produkte sollen die Schutzzölle fallen. Dann gewinnen auf dem Weltmarkt die Anbieter, also Molkereien und Schlachtkonzerne, den Zuschlag, die am billigsten ihre Produkte anbieten können“, sagt Martin Schulz, AbL-Bundesvorsitzender. „In dieser Preisschlacht zahlen die Erzeuger in Europa und Amerika die Zeche mit immer weiter sinkenden Auszahlungspreisen. Wir fordern die Umsetzung einer gesellschaftlich akzeptierten Landwirtschaftspolitik. Das heißt konkret, keine Exportschlachten auf den Weltmärkten, sondern eine regionale, qualitätsorientierte Lebensmittelerzeugung mit artgerechter Tierhaltung, ohne Gentechnik und Hormonen. Dafür brauchen wir umgehend faire Erzeugerpreise und einen gerechten Welthandel.“

Auch Bäuerinnen und Bauern werden sich am 17. September an den Demonstrationen „CETA und TTIP stoppen“ beteiligen und in einigen Städten mit ihren Traktoren die Demonstrationen begleiten. Es soll ein sichtbares Signal gesetzt werden, dass für die Landwirtschaft viel auf dem Spiel steht – auf beiden Seiten des Atlantiks.

13.09.2016
Von: bet