Bayer-Monsanto-Fusion ist Kampfansage

AbL-Kommentar zur heute bekanntgegebenen Fusions-Entscheidung

Die kritische Bauern- und Saatgutbewegung sieht die geplante Übernahme des US-Konzerns Monsanto durch Bayer als „Kampfansage, aber auch als Herausforderung um den zukünftigen Weg der Landwirtschaft“ an, kommentiert Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), in einer ersten Stellungnahme.

Janßen weiter: „Wir halten nichts von der Erzählung, dass das angebliche deutsche Vorzeigeunternehmen Bayer den bösesten Konzern der Welt übernimmt. Dem Bayer-Konzern geht es bei der Übernahme um die Macht der Lebensmittelerzeugung vom Acker des Bauern bis zum Teller der Verbraucher. Dies ist die Kampfansage an die Zivilgesellschaft. Wir sind aber vorbereitet.“

Auch Bayer habe versucht, mit gentechnisch veränderten Pflanzen auf Europas Äcker zu kommen, „und ist an unserem Widerstand gescheitert. Jetzt versucht Bayer erneut mit so genannten neuen Techniken, die Gentechnik europaweit durch die Hintertür zu platzieren –auch hier halten wir dagegen“, kündigt Janßen an.

„Wir Bäuerinnen und Bauern wissen, dass wir bei einer Abhängigkeit von multinationalen Konzernen nur verlieren können. Wir wollen nicht zu weltweit austauschbaren, billigen Rohstofflieferanten werden. Dagegen setzen wir auf eine gesellschaftlich akzeptierte Lebensmittelerzeugung ohne Gentechnik, mit tiergerechter Haltung, eine umweltschonende Wirtschaftsweise, für eine Qualitätsoffensive, anstatt mit Exportdumping Märkte von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in der Welt zu zerstören. Das ist die Herausforderung der nächsten Jahre. Die EU-Kommission und die Bundesregierung müssen sich bei ihrer Kartellentscheidung die Frage stellen, auf welcher Seite sie stehen. Wir wollen Demokratie statt Konzernmacht, wir setzen auf das Bündnis mit der Zivilgesellschaft für gesundes Essen und eine bäuerliche Zukunftslandwirtschaft“, so Janßen.

14.09.2016
Von: Pressemeldung