Demonstration gegen Monsantos Agrarsystem

Das Timing hätte nicht besser sein können. Kurz bevor in Den Haag, Niederlande, das internationale Monsanto-Tribunal vom 14.16. Oktober stattfindet, in dem zivilgesellschaftliche Kräfte ihre Kritik an dem Konzern gebündelt dokumentieren und rechtlich verwertbare Grundlagen schaffen wollen, gibt der deutsche Chemikonzern Bayer bekannt, den US-Riesen übernehmen zu wollen. Wähernd Monsanto durch seine führende Rolle in der grünen Gentechnik und seine für ein bestimmtes Ackerbausystem stehende Position im Pestizidmarkt schon seit Jahren kritisch beobhachtet wird, ist Bayer bislang ein realtiv unbeschriebenes Blatt. Dabei segelt auch das ursprünglich reine Chemieunternehmen längst nicht mehr nur in Monsantos Windschatten auf der Gentechnikwelle. Seine Geschäftsgebahren im Umgang mit bäuerlichen Kunden sind keinesfalls besser als die auf Einschüchterung und Anspruchsablehnung beruhenden Strategien des Übernahmenkanditaten aus St. Louis. Mögliche Schadensersatzansprüche für schlecht auflaufendes Saatgut werden auch schon mal mit „Gottes Urteil“ abgewiesen. „Monsanto fördert ein Modell von Industrielandwirtschaft, das weltweit mindestens ein Drittel der anthropogenen Treibhausgasemissionen verursacht. Die industrielle Landwirtschaft ist zu einem grossen Teil verantwortlich für die Abnahme von Bodenfruchtbarkeit und Grundwasserreserven, für Biodiversitätsverlust und Artensterben, sowie weltweit für die Verdrängung von Millionen von Kleinbauern. Mit der Patentierung von Lebewesen und Saatgut bedroht dieses Modell die Ernährungssouveränität von uns allen“, heißt es von den Organisatoren den Tribunals. Auch in Deutschland gibt es Widerstand im Rahmen des Monsanto-Tribunals gegen die Übermacht der Konzerne. Am Sonntag, den 16. Oktober 2016 ruft die Berliner Initiative „KonsumrEvolution“ zu einer Demonstration für ein sozial-ökologisch nachhaltiges Ernährungssystem auf. „Wir demonstrieren für bewussten und nachhaltigen Konsum sowie eine Politik, die uns vor dem Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut bewahrt und für den Erhalt der biologischen Diversität und die Förderung von Klein- und Biobauern eintritt“, schreiben die Organisatoren. Los geht’s: 16. Oktober 2016, 14 Uhr Neptunbrunnen, der Streckenverlauf: Neptunbrunnen - Hackescher Markt - Oranienburger Straße - Friedrichstraße - Unter den Linden - Französische Straße - Behrenstraße - Ebertstraße - Platz des 18. März/ Brandenburger Tor. Weitere Infos: www.facebook.com/events/293265014382556/

05.10.2016
Von: cs