Vogelgrippe: Was trägt die industrielle Geflügelwirtschaft bei?

AbL fragt bei Bundes- und Länderministern nach. Freilandhaltung sieht sie bedroht

„Die im Zusammenhang mit dem Auftreten der Vogelgrippe nun schon zum wiederholten Male fast flächendeckend angeordnete Aufstallungspflicht für Freilandgeflügel hat verheerende Auswirkungen auf die bäuerliche Nutzgeflügelhaltung“, betont Reiko Wöllert, der stellvertretende Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

„Trotz der Schärfe solcher Maßnahmen ist es in der Vergangenheit nicht gelungen, einen erneuten Ausbruch in Deutschland zu verhindern. Wir haben daher einige Zweifel an der Wirksamkeit der generellen Aufstallungspflicht“, so Wöllert.

„Die gesellschaftlich gewünschte und aus Tierschutzgründen absolut sinnvolle Freilandhaltung von Geflügel ist aber kaum noch möglich, wenn die Bäuerinnen und Bauern alljährlich bangen müssen, ihr Geflügel wieder in Ställe sperren zu müssen. Einige Betriebe haben deshalb die Geflügelhaltung schon aufgegeben – das darf nicht sein“, kritisiert Wöllert.

Die AbL fordert die zuständigen Ministerinnen und Minister auf, sich bei der Ursachensuche nicht auf die Übertragung durch Wildvögel zu beschränken, sondern auch den Beitrag der vielen Transporte zwischen den verschiedenen Stufen der industriell organisierten Geflügelwirtschaft genau unter die Lupe zu nehmen. „Um zu einer wirksamen Seuchenprävention zu kommen, müssen die Ursachen und Verbreitungswege der Krankheit vorurteilsfrei analysiert werden und dementsprechende Maßnahmen ergriffen werden“, so Wöllert.

Die AbL bittet daher die zuständigen Ministerien und Behörden um Beantwortung entsprechender Fragen. Der Brief mit den Fragen an BM Schmidt findet sich hier

31.01.2017
Von: Pressemeldung