Bauernsternfahrt erreicht Bundeskanzleramt: „Angela, wir müssen reden!“

Zukunft der Landwirtschaft ist bäuerlich - ökologisch - fair

Vor dem Kanzleramt in Berlin demonstrierten heute junge Bäuerinnen und Bauern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter nach zehntägiger Sternfahrt aus dem Allgäu, Ostfriesland, Hessen und Mecklenburg. Sie fordern von der Bundesregierung, bei der EU-Agrarreform einen Systemwechsel zu bäuerlicher, fairer, tier- und umweltgerechter Landwirtschaft herbeizuführen und dieIndustrialisierung der Landwirtschaft zu stoppen.

50 Veranstaltungen und Aktionen fanden entlang der vier Sternfahrt-Routenstatt. Sie besuchten „Denkmäler der Agrarindustrie“, etwa den größten deutschen Geflügelschlachthof, der im niedersächsischen Wietze gebaut wird, den gigantischen Schweine-Schlachthof von Tönnies in Weißenfels, den Gentechnikschaugarten Üplingen und Müllermilch in Leppersdorf.

„Hier werden Bauern zu reinen Rohstofflieferanten der Industrie. Konzernzentralenentscheiden darüber, was auf den Höfen wie und zu welchen Preisen erzeugt wird, über die Köpfe der Bauern und Verbraucher hinweg. Die Agrarpolitik unterstützt das noch. Das haben wir satt!“, sagte Milchbäuerin Johanna Böse-Hartje, die von der Nordsee nach Berlin fuhr.

„Anderthalb Prozent aller Bauernhöfe Deutschlands kassieren zusammen ein Drittel der Direktzahlungen, die untere Hälfte zusammen gerade 5 Prozent. Honoriert werden nicht Arbeit und gesellschaftliche Leistung, sondern Flächenbesitz. Direktzahlungen müssen auf 150.000 € pro Betrieb im Jahr begrenzt und an Arbeitskräfte sowie an ökologische Kriterien gebundenwerden: Fruchtfolgen statt Monokulturen, eigener Eiweisspflanzenanbau statt Gentechniksoja aus Übersee, Erhalt von Grünland und Weidevieh“, fordert Jan Wendel, der vom Allgäu 1580 km nach Berlin fuhr. 

Dem Kanzleramt wurden die Forderungen der Kampagne „Meine Landwirtschaft“von 33 Landwirtschafts-, Umwelt-, Verbraucher-, Entwicklungs- und Tierschutzorganisationen überreicht. „Wir geben keine Ruhe mehr, bis die Bundesregierung unseren Forderungen nachkommt“, sagte Kampagnenleiter Jochen Fritz. Im Anschluss trafen die Bauern Künstlerinnen des Kulturfestivals „Über Lebenskunst“ und den Leiter des Hauses der Kulturen der Welt zum Austausch von Geschenken, Visionen, Stullen und Trikots.

 

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Jochen Fritz: 0171-8229719, fritz@wir-haben-es-satt.de

 

 

Lea Unterholzner: 0176-70408888, unterholzner@wir-haben-es-satt.de