Für eine gesellschaftlich unterstützte Landwirtschaftspolitik

EU-Agrarpolitik für eine Qualitätsstrategie umbauen

Mit dem vorliegenden Papier rufen die unterzeichnenden Verbände und Organisationen zueinem grundlegenden Strategie- und Politikwechsel in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)der Europäischen Union und deren Umsetzung in Deutschland auf. Die Verbände aus den unterschiedlichen Bereichen des Umwelt- und Naturschutzes, der Landwirtschaft, des Tierschutzes und der Entwicklungspolitik sind besorgt angesichts der tiefgreifenden Krisen, in denen sich große Teile der Landwirtschaft befinden, sie äußern ihre gemeinsame Kritik an der bestehenden Agrarpolitik der EU und der Bundesregierung und formulieren Grundlinien und konkrete Forderungen für die aus ihrer Sicht dringend notwendige grundlegende Überarbeitung dieser Agrarpolitik.

Diese Agrarpolitik muss sich an gesamtgesellschaftlichen Erfordernissen orientieren. Die Verbände sehen in dieser Ausrichtung keinen Gegensatz zu den nachhaltigen wirtschaftlichen Interessen der landwirtschaftlichen Betriebe in Europa. Vielmehr schafft sie auch ein großes ökonomisches Potenzial, das mehr Betrieben eine Perspektive eröffnet als die bisherige Ausrichtung der Agrarpolitik. Ihre Analyse und Kritik an der bisherigen GAP und ihre Vorschläge verstehen die Verbände nicht nur als gemeinsamen Beitrag zur öffentlichen Konsultation der EU-Kommission über die Zukunft der GAP Anfang 2017. Sie ist auch ein Aufruf an die gewählten Abgeordneten des Europäischen Parlaments und des Bundestages sowie an den EU-Agrarministerrat und speziell andie Bundesregierung, sich einer umfassenden Reform bei den Verhandlungen nicht entgegenzustellen, wie dies bei der letzten Reformrunde zu beobachten war. Bereits in den Beratungen über den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der EU für die Jahre nach 2020, der an den globalen Nachhaltigkeitszielen auszurichten ist, muss die Agrarpolitik überzeugende Antwortenauf die ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit liefern.

Angesichts der Wahlen zum Deutschen Bundestag mahnen die Verbände dazu, nicht bis zur Umsetzung einer neuen GAP zu warten, sondern schon jetzt - im Jahr 2017 und 2018 - alleMöglichkeiten auszuschöpfen, die die EU-Verordnungen heute bieten, um den notwendigenWandel einzuleiten. Bund und Länder sind hier jetzt gefordert.

01.03.2017

Dateien:
Plattform-Verbände_2017-03_-_GAP_für_Qualitätsstrategie-kl_01.pdf415 Ki