Schimmelpilz-Gifte in Futtermais

Ein Fehlverhalten in der Futtermittel-Industrie, und über 900 Milchbetriebe sind gesperrt

Globalisierte Futtermittel-Geschäfte potenzieren Risiken für Bauern und Verbraucher.

AbL fordert volle Entschädigung durch Futtermittel-Lieferanten „Weil offenbar die globalisierte Futtermittelindustrie fahrlässig oder gar bewusst geschlampt hat, bleiben über 900 norddeutsche Milchbauern mit einem Schlag auf ihrer Milch sitzen und Verbraucherinnen und Verbraucher sind verunsichert“, kommentiert der AbL-Bundesvorsitzende Bernd Voß den aktuellen Futtermittel-Skandal.

„Proben von Futtermitteln auf Schimmelpilz-Belastungen gehören eigentlich zur Routine, bei Importen aus Drittländern wie Serbien erst Recht. Die gesundheitsgefährdende Wirkung von Mykotoxinen und insbesondere des jetzt vermeintlich erst nachträglich nachgewiesenen Aflatoxins sind der Futtermittelwirtschaft bestens bekannt. Die Untersuchung auf diese Pilzgifte gehört seit mindestens über einem Jahrzehnt schlicht zum Standard. Wenn Landwirte Getreide abliefern, müssen sie penibelst auf Mykotoxinbelastungen achten. Es ist daher sehr unverständlich bzw. muss sehr misstrauisch machen, wie im vorliegenden Fall eine solch riesige Lieferung an offenbar hoch belastetem Mais sämtliche Kontrollstellen beim Importeur, bei Zwischenhändlern und Mischfutterwerken ungehindert passieren konnte“, kommentiert der AbL-Vorsitzende Voß die Meldungen.

„Der Fall zeigt aber, wie riskant die globalisierte Struktur in der Futtermittelindustrie für die Bauern und für die Verbraucher ist. Da führt ein Fehlverhalten dazu, dass auf einen Schlag fast Tausend landwirtschaftliche Betriebe gesperrt werden. Das erinnert stark an den Skandal mit dioxinbelasteten Futtermitteln vor zwei Jahren“, so Voß, und er fordert: „Damals sind die gesperrten Schweine- und Geflügelhalter im wesentlichen auf ihren Verlusten hängen geblieben. Das darf sich nicht wiederholen. Wir fordern die Futtermittel-Unternehmen auf, die betroffenen Bauern voll zu entschädigen, ob die Futtermittelfirmen nun der neuen Pflicht zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung für solche Fälle schon nachgekommen sind oder nicht. Die Bauern dürfen nicht die Geschädigten sein “, mahnt der AbL-Vorsitzende. Zudem fordert Voß, dass die nun wieder zu erwartenden lauten Forderungen nach mehr Kontrollen nicht bei den Bauern anzusetzen seien, „sondern da, wo das Risiko steckt, bei der vorgelagerten Futtermittelwirtschaft“.

Kontakt für die Redaktionen: Bernd Voß, Tel. mobil: 0173-9135092

01.03.2013
Von: Pressemitteilung