Ohne Land kein Leben

Protest vor dem Außenministerium am Internationalen Tag der Landlosen: Bundesregierung muss sich aktiv für KleinbäuerInnen und Indigene einsetzen

Köln, Hamm, Berlin 17. April 2013. Zum Internationalen Tag der Landlosen haben AktivistInnen von FIAN Deutschland, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), INKOTA, Rettet den Regenwald, FDCL und SODI vor dem Außenministerium in Berlin demonstriert. Unter dem Motto „Ohne Land kein Leben” machten sie mit Großpuppen, Fotos und Transparenten auf das weltweite Problem des Landraubs aufmerksam und forderten die Bundesregierung auf zu handeln.

Die Organisationen weisen damit darauf hin, dass KleinbäuerInnen, indigene Gemeinschaften und Landlose diskriminiert, kriminalisiert und vertrieben werden. „Weltweit werden die Auseinander-setzungen um Land immer brutaler. Gewaltsame Vertreibungen der lokalen Bevölkerung sind dabei an der Tagesordnung. Wir solidarisieren uns heute mit den KleinbäuerInnen weltweit“, so Jan Urhahn von INKOTA.

Mit der Aktion vor dem Außenministerium weisen die AktivistInnen auf die Rolle der Bundes-regierung in Konflikten um Land hin. „Angesichts der weltweiten systematischen Diskriminierung von KleinbäuerInnen und Indigenen muss sich die Bundesregierung aktiv an der Erarbeitung einer Erklärung zu den Rechten von Bauern im UN-Menschenrechtsrat einbringen“, so Roman Herre von FIAN. „Zudem sollte das Ministerium sich in Paraguay im Fall der Sawhoyamaxa öffentlich für die Rückgabe des Landes aussprechen, das in den Händen eines deutschen Großgrund-besitzers ist und im Fall der blutigen Landräumung in Curuguaty eine internationale Prozessbeobachtung einfordern.“

Andreas Bohne, Projektmanager von SODI, betont: „Großflächige Landnahmen, so genanntes Land Grabbing oder Landraub, bedrohen lokale Ernährungssicherung und -souveränität und behindern damit die ländliche Entwicklung, die seit Jahren auch mit deutschen Mitteln in Ländern wie zum Beispiel Mosambik gefördert wird.“

Der Fall der Guarani-Kaiowá in Brasilien ist ein Beispiel dafür, dass die Rechte Indigener immer wieder ignoriert werden: „Obwohl der Zugang Indigener zu ihrem Land in der Verfassung verankert ist und die brasilianische Regierung sich verpflichtet hat, das traditionelle Gebiet dieser Gemeinschaft offiziell anzuerkennen, sind sie weiterhin gewaltsamen Übergriffen durch Agrarunternehmen ausgesetzt, die auf ihrem Land produzieren“, so Angelika Schaffrath Rosario von FIAN Berlin.

„Tagtäglich setzen KleinbäuerInnen ihr Leben aufs Spiel, um das Land, das sie ernährt, vor Investoren und Eliten zu verteidigen“ ergänzt Renate Volbracht von Rettet den Regenwald.

„Wir freuen uns daher sehr, dass heute am Internationalen Tag der Landlosen Menschen von Mexiko bis Indonesien und Belgien bis Mosambik ihre Stimme erheben und ein Recht auf Mitbestimmung und ein Leben in Würde einfordern“, so Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der AbL.

17.04.2013
Von: Gemeinsame Pressemitteilung

Foto: FIAN Deutschland

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