Wir wollen auf´s Land!

Jungbäuerinnen und -bauern übergeben Positionspapier an Agrarminister

Mit konkreten Forderungen zur Unterstützung von landwirtschaftlichen Existenzgründern haben die junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (jAbL) und das Bündnis Junge Landwirtschaft heute ihr Positionspapier an die Agrarminister des Bundes und der Länder übergeben. Nach den Beschlüssen auf EU-Ebene zur Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) müssen diese nun von den Ländern umgesetzt werden. Darin sind auch Möglichkeiten zur Unterstützung des Einstiegs in die Landwirtschaft, wie z.B. 25 % mehr Direktzahlungen in den ersten fünf Jahren gegeben. jAbL und Bündnis Junge Landwirtschaft fordern, dass die Länder im Rahmen der Programme für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) die Möglichkeiten maximal umsetzen, um gezielt Existenzgründer zu fördern und deren Bedürfnisse zu berücksichtigen.

„Lebendige ländliche Räume sind von hohem gesellschaftlichen Interesse. Eine Landwirtschaft, die vielfältig, kleinteilig und in regionalen Kreisläufen arbeitet, trägt zu deren Gestaltung wesentlich bei, sowohl wirtschaftlich als auch sozial und kulturell. Darum brauchen wir wieder mehr Höfe“ sagt Henrik Maaß, angehender Bauer und Koordinator der jAbL aus dem hessischen Witzenhausen. Bei vielen Betrieben sind die Betriebsleiter im Rentenalter, die Hofnachfolge ist ungesichert. Gleichzeitig gibt es gut ausgebildete und kreative Jungbäuern, die den Schritt in die Existenzgründung wagen und eine Hofnachfolge oder -neugründung antreten wollen. Oft fehlen dabei Kapital, der Zugang zu Land und die richtige Beratung. Hier setzen die Forderungen an die Politik an. Konkret fordern jAbL und Bündnis Junge Landwirtschaft von den Agrarministern einen höheren Stellenwert der Existenzgründungsförderung in der Agrarpolitik, eine Niederlassungsprämie bei erstmaliger Aufnahme einer selbstständigen landwirtschaftlichen Tätigkeit und günstige Darlehen für Hofübernahmen durch außerfamiliäre Existenzgründer.

Weiter fordern die Jungbauern ein sofortiges Moratorium für den Ausverkauf von BVVG-Flächen. Gleichzeitig sind die Vergaberichtlinien so zu überarbeiten, dass eine transparente, öffentliche Vergabe gewährleistet wird. Dabei ist eine gezielte Förderung von Existenzgründern z.B. durch einen Flächenpool einzurichten. „Ohne die Umsetzung der Forderungen haben wir kaum eine Chance einen Betrieb aufzubauen“ sagt Johannes Erz, Jungbauer aus dem Brandenburger Oderland. „Hohe Bodenpreise und fehlender Zugang zu Land machen eine Betriebsneugründung sehr schwer.

Eine verbraucherorientierte, soziale und bäuerliche Landwirtschaft braucht politische Weichenstellungen, die Agrarminister haben nun die Möglichkeit dazu!“ Die Übergabe des Positionspapiers findet am 02.07.2013 um 12 Uhr vor dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Wilhelmstraße/ Französische Straße, 10117 Berlin statt.

02.07.2013
Von: Pressemitteilung jAbL