Breites zivilgesellschaftliches Bündnis protestiert gegen Nahrungsmittelspekulation

Heute Demonstration im Frankfurter Bankenviertel/Fotos zum Download

Allianz und Deutsche Bank müssen aussteigen

Berlin/Frankfurt, 15. Oktober 2013. Anlässlich des morgigen Welternährungstags demonstriert ein Aktionsbündnis aus Oxfam, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, attac, Campact, INKOTA, KAB, medico, misereor und Weed im Bankenviertel in Frankfurt a.M. gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Die Demonstration startet vor der Deutschen Bank, Taunusanlage 12.

Zitate

„Kein deutsches Finanzinstitut spekuliert stärker mit Nahrungsmitteln als die Allianz. An den Börsen hat sie mehr als 6,2 Milliarden Euro in Agrarrohstoffen angelegt. Obwohl andere Banken diese Hunger-Geschäfte gestoppt haben, macht die Allianz ungeniert weiter“, sagt David Hachfeld, Handelsexperte bei Oxfam Deutschland.

Auch die Toten Hosen unterstützen den Kampf gegen die Spekulationsgeschäfte. „Diese Spekulation trägt wesentlich dazu bei, die Preise von Nahrungsmitteln in die Höhe zu treiben und bewirkt damit, dass sich viele Menschen nicht mehr ausreichend ernähren können und hungern müssen“, sagt Breiti.

Jutta Sundermann von attac sagt: „Die Deutsche Bank hat zur Grünen Woche im Januar verkündet, an ihren milliardenschweren Wetten auf Preisentwicklung von Nahrung festzuhalten. Und das obwohl sie nicht in der Lage ist, die Unschädlichkeit der Spekulation zu belegen. Damit nimmt die größte Bank im Land in Kauf, den Hunger zu verschärfen. Damit straft die Deutsche Bank ihre Ankündigung von einem Kulturwandel in eigenen Hause Lügen.“

Astrid Goltz, Agrarcampaignerin bei Campact, weist auf die nötige Regulierung der Rohstoffmärkte im Rahmen der EU-Finanzmarktreform MiFID hin: „In den kommenden Wochen entscheiden die Finanzminister der EU, ob der exzessiven Agrar-Spekulation an den europäischen Börsen ein Riegel vorgeschoben wird. Wir fordern Finanzminister Schäuble dazu auf, alle Schlupflöcher zu schließen, mit denen die Finanzlobby das Gesetz zur Finanzmarktreform noch auf den letzten Metern aushöhlen will.“

„Der Hunger auf der Welt ist kein Naturgesetz und kann beendet werden“, betont Jan Urhahn von INKOTA. „Niemand braucht Finanzprodukte, mit denen auf Kosten der Ärmsten Profit gemacht wird. Das Menschenrecht auf Nahrung wird von den Spekulanten mit Füßen getreten.“

Demozug

Nach dem Pressetermin vor der Deutschen Bank gehen die Demonstrant/innen zur Frankfurter Börse und ziehen dabei in mehreren Stücken ein insgesamt 4,3 Kilometer langes Absperrband durchs Bankenviertel. Insgesamt wurden 43.000 Unterschriften gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln gesammelt. Jede hat das Absperrband um zehn Zentimeter verlängert.

Fotos können ab 14 Uhr hier heruntergeladen werden:

www.oxfam.de/multimedia/demo-ffm1510

Studien und Hintergrundinfos:

www.oxfam.de/informieren/spekulation

 Pressekontakt:

-              Annemarie Volling: 0160-96760146

15.10.2013
Von: Gemeinsame Pressemitteilung

In Frankfurt am Main demonstrieren Hunderte Menschen gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Sie ziehen ein insgesamt 4,3 Kilometer langes Absperrband in mehreren Stücken durch das Bankenviertel und weisen damit „Spekulanten in die Schranken!“. Über 50.000 Menschen hatten in den vergangenen Monaten gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln unterschrieben – und mit jeder Unterschrift das Absperrband um 10 Zentimeter verlängert. Maßlose Spekulation mit Grundnahrungsmitteln wie Mais und Weizen trägt zu extremen Preissprüngen bei und verschärft so Hunger und Armut. Foto: Oxfam