AbL fordert von LIDL echte Preiswende

Handelsketten sollten von Molkereien Anreiz zur Mengenreduzierung verlangen

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert die Handelskette „LIDL“ auf, mit der angekündigten Preiserhöhung für Trinkmilch um 5 Cent je Liter ab Oktober eine echte Preiswende einzuleiten. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind sicher bereit, wieder vernünftige Preise für Milch und für alle anderen Milchprodukte zu bezahlen. Aber die Handelsketten müssen dafür sorgen, dass mit den höheren Ladenpreisen letztlich nicht vor allem Billigexporte der Molkereiwirtschaft in die weite Welt bezahlt werden“, warnt der stellvertretende AbL-Bundesvorsitzende Ottmar Ilchmann.

Der Milchbauer aus Ostfriesland ruft LIDL und die anderen Handelsketten daher auf, als Gegenleistung für die dringend notwendigen Preiserhöhungen von den Molkereien eine Selbstverpflichtungserklärung zu verlangen. „LIDL sollte von den Molkereien als Gegenleistung kurzfristige Maßnahmen zur Mengenreduzierung in dem übervollen Milchmarkt verlangen. Die Molkereien müssen dazu gedrängt werden, einen Bonus an diejenigen Milcherzeuger zu zahlen, die für eine gewisse Zeit weniger Milch abliefern und so einen aktiven Beitrag leisten, um im Sinne aller Milchbauern von den preisdrückenden Überschüssen im Milchmarkt wegzukommen“, erläutert Ilchmann, und weiter: „Ohne Druck auf die Molkereien und auf die Bundesregierung werden wir keine echte Preiswende bekommen. Die aber ist bitter notwendig.“

Anders als die Bauern lebten die Molkereien mit den preisdrückenden Milchüberschüssen ganz gut. Denn die Exporte seien mengenmäßig nicht zurückgegangen, aber es werde zu Billigstpreisen exportiert. „Exportsubventionen alten Stils gibt es vom Staat nicht mehr. Jetzt muss der Handel aufpassen, dass die nötigen Preiserhöhungen auch voll und wirksam bei den Bauern ankommen und nicht von einzelnen Molkereien dazu genutzt werden, um die Lagerbestände billig in andere Kontinente zu verschiffen. Das wäre dann eine Exportförderung mit dem Geld von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Das wollen wir Milchbauern nicht“, mahnt der stellvertretende AbL-Vorsitzende.

11.09.2015