Hormonellen Pflanzenschutz regulieren

Die EU debattiert derzeit darüber wie in Zukunft mit hormonell wirksamen Bestandteilen in Pflanzenschutzmitteln umgegangen werden soll. Auf der Konferenz "Endokrine Disruptoren: Kriterien zur Identifizierung und damit verbundene Folgen" im Juni wurden die Auswirkungen auf verschiedenen Bereiche der Lebensmittelkette diskutiert sowie Kriterien vorgestellt mit deren Hilfe hormonell wirksam,e Substanzen mit schädigenden Wirkungen identifiziert und verboten werden können. Diese als Endokrine Disruptoren bezeichneten Stoffe umfassen Substanzen wie PCB, DDT, Bisphenol A, Atrazin, Triclosan und viele mehr. Sie unterscheiden sich von anderen Ebenfalls hormonell wirksamen Stoffen durch die von ihnen ausgehende Gesundheitsschädigung. Die Europäische Kommission hat Ende 2014 die Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG Health and Food Safety) beauftragt, Kriterien für die Identifizierung endokriner Disruptoren abschließend zu definieren, damit diese künftig im europäischen Pflanzenschutz- und Biozidrecht angewandt werden können. Aufgrund der weltweit gestiegenen Besorgnis gegenüber möglichen schädlichen Wirkungen durch hormonaktive Substanzen sollen in der EU zulassungspflichtige Biozid- und Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe künftig intensiver auch auf endokrin schädliche Eigenschaften untersucht werden. Welche Bedeutung dieser Stoffklasse insbesondere im Pflanzenschutz zukommt zeigt die Reaktion der EU-Handelspartner auf die Überlegungen zum Verbot Endokriner Disruptoren. Neben den Vereinigten Staaten und Argentinien haben sich über zwanzig weitere Staaten skeptisch geäußert. Möglich Verwerfungen im Agrarhandel könnten die Folge sein befürchteten die Länder auf einer Sitzung der Welthandelsorganisation Mitte Oktober. Viele Agrarprodukte könnten in der Folge nicht merh in die EU importiert werden. Treibende Kraft sind offenbar die USA, die Agrarprodukte im Wert von umgerechnet 4 Mrd Euro nach Europa exportieren.

06.11.2015
Von: mn