AbL fordert Friesland-Bonus nun von deutschen Molkereien

DMK soll Mengen-Bremse der niederländischen Molkerei übernehmen. Politik soll unterstützen

Morgen (11.02.2016) beendet Friesland-Campina, eine der größten europäischen Molkereien, vorerst die befristete Bonuszahlung an diejenigen Milcherzeuger, die ihre Milchmenge nicht weiter ausdehnen, sondern konstant halten oder reduzieren.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) erneuert ihren Aufruf an die deutschen Molkereien, nun ihrerseits einen ähnlichen Bonus einzuführen, um einen aktiven Beitrag zur Reduzierung der preisdrückenden Übermengen am Milchmarkt zu leisten. Bund und Länder wiederum sollten Maßnahmen ergreifen, um ihrerseits die Molkereien zur kurzfristigen und befristeten Einführung eines mengenreduzierenden Bonus zu bewegen. Der aktuelle Vorstoß des französischen Ministers Le Foll gehe hier in die richtige Richtung.

„Ganz besonders diejenigen deutschen Molkereien wie das Deutsche Milchkontor DMK, die den Bauern einen niedrigeren Milchpreis zahlen als Friesland-Campina, fordern wir auf, die Staffel der Niederländer zu übernehmen und einen ähnlichen Bonus für Mengenvernunft kurzfristig einzuführen. Das sollte auf der außerordentlichen Vertreterversammlung der größten deutschen Molkerei DMK am 23. Februar beschlossen und verkündet werden“, fordert der Milchbauer und stellvertretende AbL-Vorsitzende Ottmar Ilchmann.

Die AbL betont, dass es bei einem solchen Bonus nicht um die Einführung einer neuen Milchquote gehe. „Das soll keine dauerhafte Maßnahme einer Mengensteuerung sein, das ist auch keine Molkereiquote. Es geht vielmehr darum, jetzt wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um von den preisdrückenden Übermengen runter zu kommen. Die Existenz Tausender bäuerlicher Milchviehbetriebe steht auf dem Spiel, wenn jetzt nicht endlich aktiv im Sinne der Milcherzeuger gehandelt wird“, erläutert Ilchmann.

Friesland-Campina habe den Bonus zum 1. Januar 2016 kurzfristig eingeführt, weil ihr die stark gestiegenen Milchmengen ihrer Mitglieder bis zur Fertigstellung eines neuen Werkes zu teuer geworden seien. „Was im Interesse der Molkereien selbst möglich ist, das müssen die Molkereien jetzt im Interesse der Milchbauern, also für einen kostendeckenden Milchpreis umsetzen“, erklärt Ilchmann. Niemand bestreite mehr, dass zu viel Milch am Markt sei und dadurch der Milchpreis aktuell weiter sinke. „Nur mit weniger Menge kommen wir aus dem Preistief heraus. Die Molkereien haben es in der Hand. Sie müssen jetzt kostendeckende Erzeugerpreise über ihr Interesse an steigenden Billig-Exporten stellen“, so Ilchmann. Aus Sicht der AbL sollte der Bonus gestaffelt sein und höher ausfallen für Betriebe, die ihre Milchmenge – vor allem durch einen reduzierten Kraftfuttereinsatz – um bis zu 5 Prozent reduzieren.

„Wir appellieren nachdrücklich auch an Bund und Länder, nun mit konkreten Maßnahmen die Molkereien dazu zu bringen, einen solchen Bonus einzuführen“, so Ilchmann abschließend.

10.02.2016
Von: Pressemitteilung