AbL: Ruin der bäuerlichen Milchviehbetriebe muss gestoppt werden

Worauf warten wir?

„Der hartnäckige bäuerliche Protest gegen den drohenden Ruin der bäuerlichen Milchviehbetriebe ist bei den  EU-Agrarministern und der EU-Kommission endlich angekommen. Bei erheblichen Milchüberschüssen und Erzeugerpreisen von 25 Cent und weniger für 1 kg Milch ist keine Perspektive für die Höfe möglich. Deshalb müssen die Milchmengen reduziert werden. Wir Bauern sind dazu bereit“, so Ottmar Ilchmann, Milchbauer aus Ostfriesland und stellvertretender Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., in einer ersten Stellungnahme zu den Ergebnissen des EU-Agrarministerrats in Brüssel.

Ilchmann weiter: „Wenn jetzt EU-Agrarkommissar Hogan, der wie Bundesagrarminister Schmidt noch vor wenigen Wochen die Krise am Milchmarkt glatt geleugnet hat, endlich grünes Licht für die von der AbL seit einem Jahr geforderten freiwilligen Mengenvereinbarungen von Milcherzeugern und Molkereien gibt, ist das ein erstes Schritt zum Umlenken. Jeder Bauer hat die Möglichkeit, die Mengen zu reduzieren, z.B. durch Verfütterung der Vollmilch an die Kälber und durch Kraftfutterreduzierung. Mit einem Bonus-Malus-System  der Molkereien kann weniger Milchanlieferung belohnt und die Steigerung der Milchmengen bestraft werden. Molkereien in den Niederlanden und in Österreich haben schon gezeigt, dass dies praktisch geht. Worauf warten wir in Deutschland? Wir Bauern fordern die Molkereien auf, endlich auch ihrer Verantwortung nachzukommen, um den Milchmarkt zu stabilisieren. Die Politik bleibt auch in der Verantwortung, feste Kriseninstrumente auf europäischer Ebene zu installieren. Uns ist bewusst, dass damit nur ein erster Schritt aus der tiefen Krise gegangen wird. Wir Bauern müssen uns für eine Qualitätsoffensive stark machen, mit Weidehaltung und Auslauf für die Kühe, mit Fütterung aus dem Grundfutter, mit gentechnikfreier Fütterung und Zucht auf Lebensleistung  statt weiter auf wachsen oder weichen zu setzen. Die Molkereien, der Lebensmitteleinzelhandel und die Politik sind mitverantwortlich und aufgefordert, hierfür die Weichen und Rahmenbedingungen zu stellen.“

15.03.2016
Von: Pressemeldung