Ein Ablenkungsmanöver

Zum heutigen Aktionstag des Deutschen Bauernverbandes.

Den heutigen Aktionstag des Deutschen Bauernverbandes gegen zu niedrige Lebensmittelpreise kommentiert Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., als „Ablenkungsmanöver“.

Janßen weiter:

„Natürlich ist es würdelos und unakzeptabel, wenn Mittel zum Leben verramscht werden. Hier hat aber jeder seine Verantwortung wahrzunehmen: Wir Bauern ebenso wie die Verbraucher, die Molkereien und Schlachthofkonzerne, die Lebensmittelketten und die Politik. Die Spitze des Deutschen Bauernverbandes (DBV) trägt eine große Mitverantwortung für die katastrophalen Erzeugerpreise bei Milch und Fleisch. Wer, wie die DBV-Spitze, mit ihren vielen Vorstands- und Aufsichtsratsposten bei Molkereien und Schlachthöfen sich gegen eine notwendige Mengenreduzierung wehrt,  sorgt für Niedrigpreise der Bauern. Wer, wie die DBV-Spitze, zusammen mit der Bundesregierung bei der Umsetzung der EU-Agrarreform nach dem Motto vorgeht „Wer hat, dem wird noch mehr gegeben“ statt sich gezielt für die Unterstützung bäuerlicher  Betriebe  stark zu machen, der ist mitverantwortlich für das Höfesterben. Wer auf Putin und die Parteispitze in China als Handelspartner für eine Exportoffensive setzt, steuert die Landwirtschaft geradezu in eine gefährliche Sackgasse. Viele an der bäuerlichen Basis sind längst weiter. Wir Bauern sind zum Gegensteuern bereit: Runter mit den Mengen, damit wieder gewinnbringende Erzeugerpreise erzielt werden können. Wir setzen auf regionale Qualitätsmärkte, auf tiergerechte Haltung mit Auslauf und Weidehaltung, auf einheimisches, gentechnikfreies Futter. Dafür erhalten wir zunehmend Zustimmung bei der  Zivilgesellschaft und können auch glaubwürdig faire Preise für unsere bäuerliche Arbeit durchsetzen.“

23.03.2016
Von: Pressemeldung