Bundesrat sägt an der Saat - Saatgut muss gentechnikfrei bleiben!

„Wer vorschlägt, Gentechnik-Kontaminationen im Saatgut zu dulden, sägt an
den Grundpfeilern der gentechnikfreien Landwirtschaft und  Lebensmittelerzeugung“, warnen die Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut), die Arbeitsgemeinschaft
bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., die Gentechnikfreien Regionen in  Deutschland und das Bündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft  Niedersachsen, Bremen Hamburg in einer gemeinsamen Presseerklärung.
Hintergrund ist, dass der Agrarausschuss des Bundesrates am 28.02.2011 einen alarmierenden Entschließungsantrag angenommen hat. Im Klartext soll der Bundesrat die Bundesregierung bitten, die NULL-Kontamination von Saatgut mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) durch eine
Verwaltungsvorschrift abzuschaffen. Antragssteller waren die  Landesregierungen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg.

Der Bundesrat wird voraussichtlich am 18.3.2011 darüber entscheiden.
Gebhard Rossmanith von der Bingenheimer Saatgut AG und Mitglied der IG Saatgut: „Züchtung und Saatguterzeugung benötigen Sicherheit, dass Äcker mit herkömmlicher Saat gentechnikfrei sind. Gentechnik darf im Saatgut nicht in Umlauf gelangen. Nach geltendem Recht der EU ist jede gentechnische Verunreinigung von Saatgut zu verhindern – was den Saatgutunternehmen bisher weitgehend gelingt. Es besteht kein Grund, Schlupflöcher für die Missachtung eines strikten Reinheitsgebotes zu eröffnen.“

Annemarie Volling, Sprecherin des Bündnisses für gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, Bremen Hamburg verweist auf das Bundesverfassungsgerichtsurteil vom 24.11.2010: „In ihrem Urteil betonen die Richter das Vorsorgeprinzip. Die Verantwortlichen in der Politik werden in diesem Urteil ermahnt, in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Dies ist mit einer schleichenden Verunreinigung des Saatgutes unvereinbar.“

Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) abschließend: „Wir fordern alle Landesregierungen auf, den Vorschlag des Agrarausschusses am 18.03.2011 abzulehnen. Es ist die Pflicht der politisch Verantwortlichen, sich für eine echte Wahlfreiheit einzusetzen, die beim Saatgut anfängt. Wir brauchen ein Reinheitsgebot vom Acker bis zum Teller – ohne faule Kompromisse!“

V.i.S.d.P. und Kontakt:
Gebhard Rossmanith von der Bingenheimer Saatgut AG, Tel: 06035/18990
Siegrid Herbst, IG Saatgut, Tel: 0511/924001837
Georg Janßen, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., Tel: 04131/407757
Annemarie Volling, Sprecherin im Bündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Tel: 04131/400720

Hintergründe finden Sie im gemeinsamen Appell: „Bundesrats-Initiative zur Gentechnik im Saatgut - Ein Appell an die Regierungen der Bundesländer“ - siehe Homepagelink unten

04.03.2011
Von: Pressemitteilung