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05.11.2014

gemeinsame Pressemeldung

Keine neuen gentechnischen Verfahren in der Landwirtschaft

Industrie plant Welle von neuen Produkten - Verbände warnen vor Gentechnik ohne Risikoprüfung und Kennzeichnung!

Verschiedene Verbände aus den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz, Saatgut und Landwirtschaft veröffentlichen heute eine gemeinsame Stellungnahme zum Thema neue Gentechnik-Verfahren. Sie warnen vor der Einführung gentechnisch veränderter Pflanzen und Tiere in der Landwirtschaft, die weder auf Risiken untersucht noch gekennzeichnet werden. Die Verbände, u.a. BUND und Greenpeace, veröffentlichen ihre Position anlässlich einer Tagung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), die am 5. und 6. November 2014 in Berlin stattfindet und auf der die neuen Technologien vorgestellt werden.


Wissenschaftler, Industrie und Behörden beraten über die mit der Einführung der neuen Techniken verbundenen Herausforderungen. Nachdem sich Verbraucher, Landwirte und Umweltverbände sehr erfolgreich gegen Gentechnik auf dem Acker gewehrt haben, sollen jetzt neue Gentechnikverfahren durch die Hintertür eingeführt werden. Diese Verfahren erlauben radikale Eingriffe in das Erbgut. Sie arbeiten möglicherweise gezielter als bisherige Verfahren, aber auch sie sind nicht frei von ungewollten Nebenwirkungen und Risiken“, sagt Martha Mertens, Sprecherin des Arbeitskreises Gentechnik beim BUND.


Die neuen Verfahren wurden unter anderem bereits an Pflanzen, Nutztieren und auch Insekten getestet. Viele Beobachter erwarten hier in den nächsten Jahren eine regelrechte Welle neuer Produkte, insbesondere aus der Pflanzenzüchtung. Eingesetzt werden u.a. die Oligonukleotidtechnik (die Einfügung von kurzen, synthetischen DNA-Abschnitten), Nukleasen oder „Gen-Scheren“ mit denen das Erbgut an einer bestimmten Stelle verändert werden kann. Andere Methoden greifen direkt in die Genregulierung ein. Diese Techniken sind unter anderem deswegen besonders brisant, weil in den letzten Jahren auch die Verfahren zur künstlichen DNA-Synthese laufend weiter entwickelt wurden: So können DNA-Sequenzen im Labor synthetisiert und übertragen werden, die in der Natur nicht vorkommen. Die neuen Methoden erlauben damit eine radikale Veränderung des Erbgutes und der Genregulation jeglicher Lebensform.

Die Biotech-Industrie fordert, zumindest manche dieser Verfahren von der
Gentechnikregulierung und der Kennzeichnung auszunehmen. Dies widerspricht EURegelungen (Richtlinie 2001/18/EG): Danach sind Methoden eindeutig als Gentechnik anzusehen, wenn Substanzen wie DNA im Labor aufbereitet und dann in Organismen eingeführt werden, um deren genetisches Material zu verändern. Damit fallen nach Ansicht der Verbände auch die genannten Verfahren unter die Gentechnikgesetzgebung.


Die aktuelle Stellungnahme stammt von den Verbänden Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, BUND, Gen-ethisches Netzwerk, Greenpeace, IG-Saatgut, Save our Seeds, Testbiotech und Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Gemeinsam fordern sie: „Die umstrittenen neuen Züchtungsverfahren dürfen nicht eingeführt und entsprechende Produkte nicht freigesetzt werden. Die Risiken müssen umfassend bewertet werden. Keinesfalls dürfen die ohnehin nicht hinreichenden Zulassung- und Kennzeichnungsregeln in der Gentechnik umgangen werden.“ Sie warnen zudem davor, dass die neuen Freihandelsabkommen mit Kanada oder den USA (CETA und TTIP) dazu missbraucht werden könnten, derartige Produkte gegen den Willen der Bevölkerung in der EU einzuführen.

 Stellungnahme zu neuen gentechnischen Züchtungsverfahren (96 KB)