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Die Arbeit für eine bäuerliche Landwirtschaft

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Presse

21.03.17

AbL fordert von Schmidt, Gentechnik-Anbauzulassungen in Europa zu stoppen

17.03.17

Bauern-Aktionen in Kassel und Kiel zur erstmaligen Wahl in der Landwirtschaft

Unabhängige Bauernstimme

Mensch Macht Milch

Kampagne

Handelsbündnis

Agrarökologie

Das Projekt wurde untestützt vom:
Unterstützer vom Projekt

Um das Thema Agrarökologie zu vertiefen und den europäischen Austausch von Bäuerinnen und Bauern zu fördern nahm die AbL an einer Lernpartnerschaft mit anderen bäuerlichen Organisationen teil. Das Projekt wurde von dem EU-Grundtvig Programm "Lebenslanges Lernen" unterstützt.

  • Bericht Agrarökologie und Saagut  hier (535 KB)
  • Bericht Agrarökologie und Vermarktung  hier (632 KB)
  • Bericht Agrarökologisches Wissen weitergeben  hier (1.1 MB)
  • Die Ergebnisse (auch die der Partnerorganisationen) befinden sich auch in der  europäischen Datenbank "EST" (European Shared Treasure"). 
  • Weitere Ergebnisse sind auf der Homepage der Europäischen Koordination Via Campesina (ECVC) zusammengestellt. Klicken Sie  hier

 

Weitere Informationen erhalten Sie gern von:

Henrik Maaß, junge AbL und im AbL-Bundesvorstand

Email:  maass[at]abl-ev.de

Über das Grundtvig-Projekt "Agrarökologie verstehen"

Agrarökologie ist eine weltweit nachhaltige Methode, um Lebensmittel sowohl ökologisch, gerecht und inklusiv zu erzeugen. Es beinhaltet auch eine aktive gesellschaftliche Bewegung, in der verschiedenen Akteure zusammenarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen (Zusammenarbeit zwischen Erzeugern und Konsumenten, die Entwicklung zu einer Landwirtschaft, die mehr Arbeitsplätze schafft  und ressourceneffiziente ist; Vorrang von  Umwelt, Gesundheit der Verbraucher, soziale Eingliederung usw., vor private Interessen;  es geht auch um gerechtere Verteilung des Einkommens).

 

Diese Prinzipien sind wichtiger denn je um den ökologischen Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, wirtschaftlich und sozial zu begegnen. Trotzdem ist Möglichkeit zur Ausbildung zu diesem Thema in allen europäischen Ländern sehr beschränkt. Ziel des Projektes war es daher, den den Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken zwischen den Teilnehmern aus 11 Organisationen und 10 Länder (FR, BE, RO, DE, ES, IT, CH, NO, NL, AT) zu ermöglichen und zur Entwicklung von einem Qualitätstrainingsangebot für Agrarökologie beizutragen.

 

Dazu gab es vier internationale Treffen, jeweils ca. drei Tage, die in FR, NO, ES und BE stattfanden, für eine Gruppe von mehr als 100 Lernenden und Vertretern der Partnerorganisationen. Es wurde ein europäisches Netzwerk aufgebaut, um die unterschiedlichen Kenntnisse und Fähigkeiten auszutauschen und zu verbreiten. 

 

Die Hauptthemen waren:

1. Bäuerliches Saatgut und die Erhaltung der biologischen Vielfalt;

2. Die agrarökologischen Praktiken;

3. Die Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Konsumenten und anderen Interessengruppen;

4. Die Faktoren für die Entwicklung der Agrarökologie und Weitergabe von Wissen und Know-how im Bezug darauf. 

Deklaration

Agrarökologie - Wandel der Gesellschaft durch Lebensmittelerzeugung und dem Kampf der Bauern 

 

Mit diesem Dokument soll das Konzept der Agrarökologie so definiert werden, wie es von den Bäuerinnen und Bauern der Europäischen Koordination Via Campesina verstanden wird.

 

Wir sind Erzeugerinnen und Erzeuger von Lebensmitteln und betrachten Agrarökologie als eine Lebensweise, eine Art und Weise mit unserem Umfeld zu interagieren. Außerdem ist es unser Weg, um in Richtung Ernährungssouveränität voran zu kommen.

 

Wir sehen Agrarökologie als einen Prozess individuellen als auch gemeinschaftlichen Wandels, der weit über agrarökologische Methoden und Verfahren hinausgeht. Wir haben uns dazu verschrieben diesen Weg gemeinsam zu gehen und keinen zurückzulassen. Unser Ziel ist eine Landwirtschaft, die auf Selbstbestimmung beruht, unabhängig von Erdöl und anderen fossilen Energieträgern; ein Landwirtschaftssystem ohne Gentechnik, Patente oder Agrochemikalien.

 

Agrarökologie bedingt einen allumfassenden Blick, mit dem Vorgänge und Praktiken an lokale Bedingungen angepasst werden, auf allen Ebenen. Dieses Konzept beeinflusst und verändert alle Lebensbereiche.

 

Nachstehend stellen wir sechs grundlegende Prinzipien um dies herbeizuführen vor:

 

1. Gefühle

Bäuerliche Empfindung ist ein unentbehrlicher Teil der Agrarökologie. Sie basiert auf Bewusstsein, Liebe und Respekt für die Erde, Gemeingut, Natur und alle Formen des Lebens.

 

2. Vielfalt und Biodiversität

Agrarökologie begünstigt Biodiversität im Sinne von Harmonie und Synergie zwischen verschiedenen Systemen: natürlichen, gesellschaftlichen wie auch kulturellen. Agrarökologie unterstützt landwirtschaftliche Ökosysteme und stellt ihren Erhalt sicher, indem diese vor allem hinsichtlich ihrer lokalen Vielfalt und wechselwirkender Systeme betrachtet werden.

 

3. Bäuerliches Wissen

Agrarökologie schützt, vermittelt und bündelt traditionelles, bäuerliches Wissen in seinen vielfältigen Zusammenhängen und tatsächlichen Gegebenheiten. Die Überlieferung von Generation zu Generation als auch dessen Austausch zwischen den Landwirten untereinander wird gestärkt. Agrarökologie begünstigt Innovation durch Beobachtung, Kreativität und beständigem Lernen und liefert die Mittel um neue Herausforderungen zu bewältigen. 

 

4. Gemeinschaft

Agrarökologie nährt Vertrauen und Zusammenwirken zwischen Gemeinschaften, ob groß oder klein, ländlich oder städtisch. Agrarökologie führt zwangsläufig zu einem Wertewandel, vom Individualismus zum Miteinander, soziale Gleichheit und Gemeinschaftssinn werden höher gewichtet. Wir versichern die Notwendigkeit einer gegenseitigen Anerkennung von Bäuerinnen und Bauern und der Gesellschaft, ebenso wie der Achtung unserer Würde als Bearbeiterinnen und Bearbeiter des Landes.

 

5. Bäuerliche Rechte

Unsere bäuerlichen Rechte wie das Recht auf Zugang zu Saatgut, Land und Wasser und zu den Gemeingütern gehören zu den Voraussetzungen für Agrarökologie. Agrarökologie ist ein Mittel um Macht zu dezentralisieren und die bäuerliche Unabhängigkeit wieder herzustellen. Das agrarökologische Modell achtet lokale Landwirtschaft überall, in allen Gemeinden, da es auf Solidarität und Zusammenwirken zwischen allen Regionen und allen Bäuerinnen und Bauern basiert. Agrarökologie kühlt den Planeten und trägt positiv zum Kampf gegen den Klimawandel bei.

 

6. Kampf und sozialer Wandel

Wir brauchen die bäuerliche Landwirtschaft um unsere Basis zu stärken und unsere politische Agenda voranzubringen. Neben allem bäuerlichen Ringen, ist Agrarökologie rechtmäßiger täglicher Widerstand in unserem Kampf für Ernährungssouveränität. Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen. Unsere Landwirtschaft hat viele Gesichter aber nur ein Herz, bäuerliche Landwirtschaft!!!

 

Evenstad, Norwegen, im März 2014