Kurzfilm zu den Folgen billiger Milchexporte

Der zweiminütige animierte Kurzfilm von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und von Germanwatch skizziert die Wirkungen der EU-Agrarpolitik am Beispiel Milch auch in Bezug auf Hunger- und Armutsbekämpfung und mobilisiert zum Handeln. Die Hamburger Illustratorin Verena Braun hat die Zusammenhänge in dem neuen Film dargestellt.

Die Stellschrauben der Europäischen Agrarpolitik (GAP) führen zu einer Intensivierung in der Tierhaltung in Deutschland. Die deutsche Bundesregierung treibt diese Politik massiv voran. Besonders hart betroffen sind Milchhöfe, aber auch schweinehaltende Betriebe.

Viele Höfe mussten und müssen aufgeben aufgrund der Überproduktion und des Preisdrucks. In Deutschland werden die Folgen dieser Agrarpolitik wie Höfesterben, nitratbelastete Gebiete, Rückgang der Weidehaltung und des Artenschutzes, Art der Tierhaltung sowie fortschreitender Klimawandel kritisch diskutiert. Gleichzeitig steigen die Exporte: Von 2011 bis 2017 sind etwa die Milchpulverexporte aus der EU um 50 Prozent gestiegen auf 780.000 Tonnen. Teile davon werden auch in Entwicklungsländer exportiert und können dort lokale Strukturen zerstören.

Die Agrarpolitik muss dringend verändert werden, weg von der Exportoffensive hin zu einer Qualitätsstrategie. Für die anstehende EU-Agrarreform bietet das AbL-Papier: „Vorschlag für eine gerechte Agrarpolitik nach 2020“ wichtige Ansätze, ebenso das Papier der Verbändeplattform: „Kernforderungen zu den Vorschlägen der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020“, das insbesondere den Schulterschluss von Bäuerinnen und Bauern mit der Zivilgesellschaft untermauert. Der Kurzfilm endet mit Bildern der Landwirtschaftsdemo „Wir haben es satt“ in Berlin. Jetzt kommt es auf die Bäuerinnen und Bauern an, den Kurzfilm mit vielen Menschen zu teilen.

Der Film ist gefördert von Engagement Global mit finanzieller Unterstützung des Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Für die dargestellten Inhalte sind allein die AbL und Germanwatch verantwortlich.