„Ungewöhnliches Bündnis“ für verpflichtendes Tierwohl-Label

Ein „ungewöhnliches Bündnis“ meldet die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ). Demnach haben Greenpeace und die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zum Umdenken beim geplanten Tierwohl-Label aufgefordert. ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes und Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter sprachen sich gegenüber der NOZ-Redaktion für eine verpflichtende Kennzeichnung von Haltungsbedingungen und Herkunft auf Fleischverpackungen aus.

ISN-Vorsitzender Dierkes sagte laut NOZ: "Wenn das Ministerium die jetzigen Pläne umsetzt, sehe ich schwarz für das Label." Eine freiwillige Kennzeichnung werde sich im Supermarkt nicht durchsetzen.

Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter appellierte laut NOZ an das Landwirtschaftsministerium, sich an der Kennzeichnung von Eiern zu orientieren: Hier verdeutlicht eine Ziffer, wie das Huhn lebt. Hofstetter: „Dieses Beispiel zeigt: Verbraucher sind bereit, für bessere Haltungsbedingungen von Tieren mehr Geld auszugeben.“

Hofstetter erinnerte gegenüber der NOZ zudem daran, dass mehrere Handelskonzerne längst selbst einen sogenannten Haltungskompass für Fleischverpackungen eingeführt haben. „Die Wirtschaft ist viel weiter als die Bundesregierung. Es ist unverständlich, dass dennoch weiter der Irrweg eines freiwilligen Labels genommen wird und dafür Millionen an Steuergeldern draufgehen“, beklagte Hofstetter.

22.06.2019
Von: FebL

Für ein verpflichtendes Tierwohl-Label sprechen sich Greenpeace und die ISN aus. Foto: FebL