Patentrezept gegen Profitinteresse. Nach Jahren ist nun das Patent auf Teff gescheitert

Zum ersten Mal Indschera gegessen – jenen traditionellen Brotfladen der ostafrikanischen Küche – hat Regina Asendorf, als sie nun doch das gute Ende einer Geschichte über Neokolonialismus, Patentrechte und Widerstand in einem äthiopischen Restaurant feiern konnte. „Das Wichtigste daran ist eigentlich“, sagt die Mitarbeiterin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, „die Erfahrung, dass es sich lohnt, Unrecht öffentlich zu machen und dagegen Widerstand zu leisten.“

Als sie vor zehn Jahren begonnen hatte, sich mit dem hirseartigen Gras Teff (Eragrostis tef) auseinanderzusetzen, war ihr diese Dimension noch nicht bewusst... Im Rahmen eines Projektes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu möglichen landwirtschaftlichen Anpassungen an den Klimawandel und vor allem auch vor dem Hintergrund, dass Teffmehl glutenfrei ist, stieß Asendorf auf die Pflanze. Sie gedeiht unter ähnlichen Vegetationsbedingungen, wie sie in Norddeutschland vorherrschen, vor allem im äthiopischen Hochland und muss dort unter Umständen auch längere Trockenperioden tolerieren. Die Bezirksstelle der Landwirtschaftskammer in Uelzen organisierte den Anbau im Jahr 2010 mit ganz beachtlichen Ergebnissen.Dann kam die Ernüchterung ... das niederländische Unternehmen Health and Performance Food International B.V. (HPFI) hatte sich beim europäischen Patentamt die Verarbeitung von Teff zu Mehl patentieren lassen...

Ungerechtigkeit
Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen legte Einspruch gegen das Patent ein, dieser wurde aber abgewiesen. Vor rund zwei Jahren wurde dann der deutsche Patentanwalt Anton Horn durch einen äthiopischen Freund auf die Sache aufmerksam und entschloss sich gegen die aus seiner Sicht „Riesenungerechtigkeit“, so zitiert ihn ein Fachmagazin, mit einer Klage vor dem Bundespatentgericht anzugehen..

Wie es weiter ging erfahren Sie in der Bauernstimme 9/2019_hier

29.08.2019