Weizen-Pilztoleranz im Labor

Fast 60 deutschen Pflanzenzüchtungsunternehmen haben sich zum Forschungsvorhaben PILTON zusammengeschlossen. Sie wollen mit Hilfe der Gen-Schere CRISPR/Cas12 die Pilztoleranz von Weizen erhöhen. Im Vorfeld wurde ein Gen ausgemacht, dass bei der Pilzabwehr im Weizen eine wichtige Rolle spielen soll. „Die Projektidee ist, dass wir eine neue Toleranzquelle gegen pilzliche Erkrankungen im Weizen schaffen wollen“, so Dr. Dietmar Stahl von der KWS und Leiter des Projektes. Der Weizen nutze eigene Abwehrkräfte zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten nur vorübergehend. Regulatorgene würden die Pathogen-Abwehr relativ schnell wieder reduzieren. Die Wissenschaftler wollen ein entsprechendes Regulatorgen durch neue Gentechnik-Verfahren inaktivieren, dadurch soll die Pflanze ihre eigene Abwehr länger und intensiver nutzen können. Erwartet wird eine multiple Abwehr gleich gegen mehrere Pilzerkrankungen des Weizens. Im Frühjahr 2020 haben die ersten Laborarbeiten dazu begonnen. Vorgestellt hatte das Projekt der Bund Deutscher Pflanzenzüchter in einer Bundespressekonferenz in Berlin. Beteiligte Unternehmen sind neben Bayer, Syngenta und der KWS auch Weizen-, Raps-, Kartoffel- und Rebenzüchter sowie Biotechnologie-Startups und Südzucker. Ziel ist es auch, dass die Pilztoleranz in anderen Kulturen genutzt werden kann. Erste Labor-Ergebnisse soll es im Sommer 2021 geben. Ob die These aufgeht, Regulatorgene zu inaktivieren, um die Pilzabwehr von Pflanzen zu erhöhen und ob das wirklich auf dem Feld funktioniert, wird die Zukunft zeigen.

25.09.2020
Von: Annemarie Volling