Argentinien erlaubt Anbau von GV-Weizen

Argentinien hat Mitte Oktober den kommerziellen Anbau eines gentechnisch veränderten Weizens zugelassen. In Kraft treten soll die Zulassung allerdings erst, wenn Brasilien, der größte Absatzmarkt für Argentinien, den GV-Weizen ebenfalls erlaubt. Argentinien ist der viertgrößte Weizenexporteur der Welt. 2019 wurden dort 11,3 Millionen Tonnen Weizen erzeugt, 45 Prozent wurden an Brasilien exportiert. Weitere große Absatzmärkte des argentinischen Weizens sind Indonesien, Chile und Kenia. Für die EU hat Argentinien als Weizenlieferant keine Bedeutung. Argentinien wäre das erste Land, welches GV-Weizen anbaut. Der Gentechnik-Konzern Monsanto ist bereits zwei Mal mit dem Versuch GV-Weizen in den USA zu kommerzialisieren gescheitert, weil die Importeure GV-Weizen ablehnten. Experten des argentinischen Instituts für Saatgut äußern sich beunruhigt über die Zulassung des GV-Weizens und verwiesen auf fehlende Akzeptanz der Verbraucher*innen. Selbst wenn Brasilien zustimme, heiße das nicht, dass Mühlen, Bäckereien und Verbraucher den GV-Weizen kauften. Sie warnten vor Preisabschlägen, so die FAZ. In den GV-Weizen „HB4“ wurde mittels alter Gentechnik ein Gen einer Sonnenblume eingebaut, so soll die Pflanze Hitze und Salz besser aushalten als herkömmlicher Weizen. Seit 16 Jahren haben die argentinische Firma Bioceres zusammen mit einem französischen Pflanzenzüchter an dem GV-Weizen gearbeitet. Bei Feldversuchen soll der Weizen bei Trockenheit bis zu 20 Prozent höhere Erträge geliefert haben, so Bioceres. Auch die HB4 Sojabohne ist im Wartezustand. Ebenfalls in Argentinien zugelassen, allerdings fehlt die Importzulassung von China, dem größten Abnehmer für Sojabohnen aus Nord- und Südamerika.

23.10.2020