Die AbL e.V. und ihre Landesverbände in der Presse

(seit dem 1.3.2021, ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Sie kennen weitere Berichte und Beiträge über die AbL e.V. oder ihre Landesverbände? Wir freuen uns über einen kurzen Hinweis an kiefer[at]abl-ev.de

 

Umbau der Tierhaltung

Kölnische Rundschau (4.5.): Mehr Tierwohl: Warum Fleisch bald mehr kosten könnte – und sollte

Schwäbische (4.5.): Gegen Billigfleisch, für mehr Tierwohl: Fleisch wird wohl bald teurer

Handelsblatt (3.5.): ROUNDUP: 'Fünf Cent pro Mahlzeit' - Mehr Tierwohl wird Essen teurer machen

Sächsische Zeitung (3.5.): Mehr Tierwohl wird Fleisch teurer machen

RND (3.5.): Mehr Tierwohl, weniger Billigfleisch: Grillen könnte für Fleischesser teurer werden

Berliner Zeitung (2.3.): Klöckner stellt Pläne für Fleischsteuer vor

 

Zur abgebrannten Ferkelzuchtanlage Alt Tellin

NDR Nordmagazin (30.4.): Agrarminister Backhaus in Alt Tellin

Nordkurier (30.4.): Backhaus schließt Wiederaufbau von Alt Tellin aus

Nordkurier (30.4.): Noch viele offene Fragen zur Schweinezucht Alt Tellin

Ostseezeitung (30.4., kostenpflichtig): Einen Monat nach Brand in Alt Tellin: Noch immer liegen tote Schweine in der Gülle

 

Neue Gentechniken

Die Zeit (30.4.): Eine Sensation und kein Vorschlag

SWR (30.4.): Gerät die "ohne Gentechnik"-Kennzeichnung in Gefahr?

Infodienst Gentechnik (29.4.): Verbände: unabhängige Risikoprüfung statt Deregulierung

Agrarzeitung (28.4., kostenpflichtig): Gegner formieren sich

TopAgrar (28.4.): Gentechnikrecht polarisiert die Landwirtschaft

Herd und Hof (28.4.): Komplexe Gemengelage Pflanzenzüchtung

Infodienst Gentechnik (28.4.): Schulze: neue Gentechnik streng regulieren

Agrarzeitung (26.4., kostenpflichtig): az-Wochenstart: Was Wichtig Wird

TopAgrar (22.4.): EU-Verfahren kurbelt Debatte über Gen-Schere in der Pflanzenzüchtung wieder an

Infodienst Gentechnik (21.4.): Verbände: EU-Gentechnikregeln nicht aufweichen

TopAgrar (6.4.): Expertenbericht: Deutschland verpasst den Anschluss bei der Gentechnik!

 

Pacht- und Bodenpreise und außerlandwirtschaftliche Investoren

Frankfurter Allgemeine Zeitung (27.4.): Ministerin Klöckner: „Ländliche Regionen drohen zu verarmen“

Neue Westfälische (22.4., kostenpflichtig): Steigende Preise für Äcker und Wiesen: Discounter spekulieren mit

RND (20.4.): Kampf ums Ackerland mit umstrittenen „Share Deals“: Justiert die Regierung bei der Grunderwerbssteuer nach?

Moderner Landwirt (20.4.): Aldi und Co. stoppen – AbL fordert Regulierung von Anteilskäufen und Steuergerechtigkeit bei Landkäufen

Boerenbusiness (19.4., niederländisch): Grondprijzen Duitsland rap omhoog door investeerders

 

Zur nationalen Umsetzung der GAP

Proplanta (18.4.): Agrarpolitischer Systemwechsel in Deutschland in den Startlöchern

TopAgrar (14.4.): Wie viel Veränderung bringt die neue Agrarreform?

Agrarzeitung (13.4., kostenpflichtig): Greenpeace vermisst Degression

TopAgrar (29.3.): Reaktionen auf den Kompromiss der Bundesländer zur EU-Agrarreform

NDR (26.3.): EU-Agrarreform: Albrecht lobt Direktzahlungen nach Öko-Regeln

Agrarheute (25.3.): AMK-Vorsitz optimistisch: Einigung über GAP-Reform ist möglich

tagesschau (17.3.): "Fatales Signal für Artenvielfalt"

Agrarzeitung (16.3., kostenpflichtig): Degression stößt auf Widerstand

NOKZeit (11.3.): „Starkes Stück von Minister Hauk“

 

Klimastreik und "Acker-Demo" am 19.3.

HNA (24.3.): Uslarer Schüler beteiligen sich mit Mahnwache für den Klimaschutz

Moderner Landwirt (19.3.): #NoMoreEmptyPromises – Klimaschutz ist Schutz der Ernte

Neue Osnabrücker Zeitung (18.3.): Klimastreik in Papenburg: Am Stadtpark wird es laut

LZ Rheinland (17.3.): Weidehaltung ist Klimaschutz

WDR - Lokalzeit aus Bonn (11.3., ab Min: 21:38): Interview mit Bernd Schmitz

 

Verschiedenes

Spiegel Online (23.4., kostenpflichtig): Warum das Mehr-Größer-Billiger am Ende ist – und was jetzt kommt
(über AbL-Bundesvorsitzende Elisabeth Fresen)

Heidi News (13.4., französisch): L'agroécologie au cœur d'une bataille acharnée

Süddeutsche Zeitung (5.4.) Unbequemer Tierarzt

TopAgrar (16.3.): Jugendverbände fordern Niederlassungsprämie für Junglandwirte

taz (16.3.): Autos gegen Rindfleisch

 

Milchdialog

TopAgrar (22.4.): Milchdialog erinnert an Milchgelderhöhung

Th. Mann-Verlag (27.4.): Milchdialog: Kontraktverhandlungen müssen höheres Milchgeld bringen

 

Proteste zu Bio-Kartoffeln aus Ägypten

Biojournaal (3.5., niederländisch): Duitse bio-telers geven aardappelen weg uit protest tegen inkoopbeleid dennree

Moderner Landwirt (27.4.): Bio-Bauern protestieren vor dennree für heimische Kartoffeln

 

Aktionen zur Sonder-AMK in Dresden und Erfurt

Leipziger Zeitung (19.3): Mist vorm sächsischen Landwirtschaftsministerium: Bauernprotest und eine vertagte Agrarministerkonferenz

MDR Nachrichten (17.3.): Bauernprotest in Dresden: Eine Karre Mist für die Agrarwende

Proplanta (17.3.): Protest zum Agrarministertreffen: Verbände fordern Mut zur Agrarwende

Sächsische Zeitung (17.3., kostenpflichtig): Protest in Dresden: Mist für Minister Günther

Agrarheute (17.3.): Agrarminister scheitern erneut an Kompromiss zur GAP-Reform

Wallstreet Online (17.3.): Verbände fordern Mut zur Agrarwende - Proteste zum Agrarministertreff

MDR (17.3., ab Minute 9:33): Thüringen Journal 

RTL (16.3.): Verbände übergeben Forderungen vor Agrarministerkonferenz

Bauern in SH wollen mehr Geld für Naturschutz – Quelle: www.shz.de/31617992 ©2021

Bauern in SH wollen mehr Geld für Naturschutz – Quelle: www.shz.de/31617992 ©2021

Bauern in SH wollen mehr Geld für Naturschutz – Quelle: www.shz.de/31617992 ©2021

Bauern in SH wollen mehr Geld für Naturschutz – Quelle: www.shz.de/31617992 ©2021

 

Aktion vor dem Justizministerium und Übergabe des neuen Berichts von Keine Patente auf Saatgut/No Patents on Seeds (11.3.)

Bauernzeitung (11.3.): Arche Noah: Schlupflöcher bei Patenten auf Saatgut schließen

Neues Deutschland (11.3.): Kein Patent auf das Leben

 

 

AbL-LANDESVERBÄNDE

AbL BAYERN

Verschiedenes

TopAgrar (21.4.): Bayern: Verkauf und Pacht von Ackerflächen neu regeln

Bayerischer Rundfunk (17.3.): EU-Agrarreform: Wer soll in Deutschland profitieren?

Bayerischer Rundfunk (12.3.): "Geprüfte Qualität": Wie gut sind Lebensmittel aus Bayern?

Zum Wolf

Bayerischer Rundfunk (30.4.): Rückkehr des Wolfs: Wie gut ist Bayern darauf vorbereitet?

Agrarbündnis in Bayern

Agrarzeitung (17.4., kostenpflichtig): Gleichsetzung von Bio und Regional ist kontraproduktiv

Süddeutsche Zeitung (16.4.): Bündnis für Agrarwende

Bayerischer Rundfunk (16.4.): Agrarbündnis fordert Wende für Landwirtschaft in Bayern

Frankenpost (16.4.): Bündnis demonstriert vor Staatskanzlei für Agrarwende

Radio Euroherz (16.4.): Bündnis demonstriert vor Staatskanzlei für Agrarwende

TopAgrar (13.4.): Kundgebung: Alles heile Welt in Bayern?

 

AbL BADEN-WÜRTTEMBERG

Wochenblatt Online (25.3.): Aktionsbündnis in Baden-Württemberg fordert mit einer Petition an den Landtag einen Regionalplan, der Klima- und Nachhaltigkeitsziele einhält

<section id="content" style="float: left;"><article id="post-25683" class="post post-25683 type-post status-publish format-standard has-post-thumbnail hentry category-ravensburg">

Von |25. März 2021|Ravensburg

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RAVENSBURG — Seit Beginn der Planungen am aktuellen Regionalplanentwurf für Bodensee-Oberschwaben haben unter anderen die Naturschutzverbände diese Raumplanung für die Landkreise Sigmaringen, Bodenseekreis und Ravensburg kritisch begleitet. Obwohl die Klimakrise erst in letzter Zeit immer dramatischer voranschreitet, hatten die Naturschutzverbände in ihren öffentlichen Stellungnahmen von Anfang an darauf hingewiesen, dass maximal 1500 Hektar Flächenverbrauch für Wohngebiete, Gewerbegebiete und Ressourcenabbau nachhaltig wären. 

Inzwischen hat die Regionalgruppe Ravensburg der Scientists4Future, bestehend aus 40 Wissenschaftler*innen, in ihrer Stellungnahme vom Februar 2021 sogar ein Maximum von 1250 Hektar berechnet, das den Klima- und Nachhaltigkeitszielen (1,5 Grad und 30 Hektar/ Tag) entsprechen würde. Manfred Walser und Sebastian Mühlbach als Hauptverfasser weisen darauf hin, dass im aktuellen Regionalplanentwurf ein Bevölkerungswachstum von 10,3% angenommen werde, während das statistische Landesamt von nur 2,7% ausgehe. Dies zeuge von „unbedingten Wachstumswillen“ in der Region und sei mit Klima- und Nachhaltigkeitszielen nicht vereinbar.

Geplant wird mehr als das Doppelte an Flächenverbrauch für die nächsten 15–20 Jahre. Zu den geplanten etwa 2.700 Hektar im Regionalplanentwurf kommen nochmals einige hundert Hektar hinzu: über sogenannte §13b-Flächen, für die keine Umweltprüfung vorgeschrieben ist und weitere Flächeninanspruchnahme durch Planungen auf kommunaler Ebene. Das widerspricht dem Klimaschutz enorm, weil im intakten Boden große Mengen klimarelevanter Gase wie CO2 gespeichert sind. Selbstverständlich sollen beim Wohnungsbau die Bedürfnisse junger Familien berücksichtigt werden. Dies könnte jedoch durch Schaffung von sozialem und bezahlbarem Wohnraum mit adäquaten Wohndichten im Rahmen moderner Wohnprojekte deutlich besser und nachhaltiger geregelt werden, wobei auf eine gute ÖPNV-Anbindung zu achten ist.

Inzwischen sehen auch viele Landwirte große Interessenskonflikte mit der Regionalplanung. Karl-Heinz Mayer, Kreisvorsitzender des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) Überlingen-Pfullendorf schreibt: „Durch die Regionalplanung werden in unannehmbaren Maße Regelungen getroffen, die dazu führen werden, dass nicht nur hunderte oder tausende Hektare wertvolle landwirtschaftliche Produktionsfläche unwiederbringlich vernichtet werden, sondern es werden dadurch auch viele unserer bäuerlichen Familienbetriebe um ihre Existenzgrundlage gebracht, da diesen die Produktionsgrundlage durch den Flächenfraß genommen wird.“ 

Die Arbeitsgemeinschaft für bäuerliche Landwirtschaft, Bioland und Demeter, BODEG, auch die „Initiative gegen den 1000-Kühe-Stall Ostrach“ setzen sich zudem für den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen ein, die durch extensive Nutzung noch stärker zum Klimaschutz und zum Erhalt der derzeit rapide schwindenden Biodiversität beitragen können. Fruchtbarer Humus zur Lebensmittelproduktion braucht sehr viele Jahre, um sich zu bilden; darauf weist die Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) Ravensburg in deren Statement ausdrücklich hin und plädiert für einen sorgsamen Umgang mit unseren fruchtbaren Böden, insbesondere in immer unsichereren Zeiten. 

Im Bereich Rohstoffabbau werden laut „Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald“ insgesamt 1316 Hektar oder 1850 Sportplatzgrößen für die Region geplant, wenn man bisher genehmigte Flächen, Abbauvorranggebiete und Sicherungsflächen zusammenrechnet. Vom abgebauten Kies werden derzeit etwa 15% meist auf großen Lkws nach Österreich und in die Schweiz exportiert, jährlich über 25 000 Kieslasterfahrten und etwa 5 000 Tonnen CO2-Emissionen entsprechend. Im Ausland kostet dieser sehr wertvolle Rohstoff etwa das doppelte, was vor allem daran liegt, dass die Nachbarländer eine Umweltabgabe auf Kiesabbau erheben. Diese geplanten Abbauflächen halten die Umweltverbände für deutlich überdimensioniert und sehr belastend für Straßen und Anwohner, zum Beispiel in Mittelberg (Kalkabbau) und Göggingen wird schon seit vielen Jahren heftig dagegen protestiert. 

Im Altdorfer Wald als die die grüne Lunge Oberschwabens geht es vor Allem auch um den Schutz von bedeutenden Grundwasservorkommen zur Versorgung der Bevölkerung. Über 13 000 Unterschriften wurden in einer Online-Petition für ein Landschaftsschutzgebiet Altdorfer Wald gesammelt. Seit Februar machen junge Aktivist*innen sogar mit Baumhäusern in der Nähe des Ortes Grund darauf aufmerksam, dass dieses Naturjuwel unbedingt vor weiterem Raubbau bewahrt werden muss. Das Klimacamp Ravensburg sorgt seit Dezember 2020 schon für Furore, gemeinsam mit einigen Fridays- und Parents4Future-Gruppen. Die Jugend setzt sich vehement für den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen ein, wenn sich die Erwachsenen schon nicht ausreichend verantwortungsbewusst um die Zukunft ihrer Kinder und Enkel kümmern.

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Kreisgruppe Ravensburg und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Bodenseekreis und Ravensburg zeichnen die Petition für einen zukunftsfähigen Regionalplan mit. Beide Verbände weisen in ihren Stellungnahmen auf desaströse Planungen hin, völlig kontraproduktiv zur dringend benötigten Verkehrswende. Im Planungsentwurf zwar als nötig erachtete Klimaziele seien qualitative Absichtserklärungen, zu denen es aber kaum konkrete Projekte gebe. Stattdessen finde sich eine lange Liste an geplanten Neu- und Ausbauten von Straßen. Dabei sei klar, dass es nicht ausreicht, das Auto mit seinem hohen Energieverbrauch auf Elektroantrieb umzurüsten, der Autoverkehr müsse auch mengenmäßig deutlich reduziert werden, um die Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen.
Vielen Menschen wird inzwischen immer bewusster, dass die wunderschöne, ländlich geprägte Landschaftsstruktur auch als Ferienregion erhalten bleiben soll. Deshalb kämpft das Aktionsbündnis Grünzug Salem mit bisher 2400 gesammelten Stimmen um den Erhalt eines möglichst intakten Lebensraums, genauso wie die Initiativen „Lebenswertes Schussental“, „Gegen das Gewerbegebiet Baindt/Baienfurth“ oder „Pro Frischluftschneise“ beispielsweise. Alternativen zum derzeit noch vorherrschenden Lebens- und Wirtschaftsmodell bieten die Naturschutzverbände wie BUND und NABU, sowie verschiedene Wandel-Gruppierungen der Region wie „Wir und Jetzt“, „Fairwandel Sigmaringen“, der „AK Zukunft Bad Saulgau“ und „Asante“ Bad Saulgau“ an. Sie arbeiten an Zukunftsmodellen, die unsere Lebensgrundlagen erhalten, unsere Ressourcen schonen und ein gutes Zusammenleben ermöglichen. 

Sie alle beteiligen sich an der Petition für einen zukunftsfähigen Regionalplan an den kommenden Landtag Baden-Württemberg, damit die bisher verfehlten Planungen gestoppt und an Klima- und Nachhaltigkeitsziele angepasst werden können. Der Petitionstext wird am Samstag, den 27.3.2021 um 11:00 Uhr am Haus des RVBO in Ravensburg Corona-konform (Livestream und online abrufbar) an die Vorsitzende des Petitionsausschusses, Frau Petra Krebs, übergeben. Parallel dazu startet die Stimmensammlung auf Online-Petition.

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Von |25. März 2021|Ravensburg

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RAVENSBURG — Seit Beginn der Planungen am aktuellen Regionalplanentwurf für Bodensee-Oberschwaben haben unter anderen die Naturschutzverbände diese Raumplanung für die Landkreise Sigmaringen, Bodenseekreis und Ravensburg kritisch begleitet. Obwohl die Klimakrise erst in letzter Zeit immer dramatischer voranschreitet, hatten die Naturschutzverbände in ihren öffentlichen Stellungnahmen von Anfang an darauf hingewiesen, dass maximal 1500 Hektar Flächenverbrauch für Wohngebiete, Gewerbegebiete und Ressourcenabbau nachhaltig wären. 

Inzwischen hat die Regionalgruppe Ravensburg der Scientists4Future, bestehend aus 40 Wissenschaftler*innen, in ihrer Stellungnahme vom Februar 2021 sogar ein Maximum von 1250 Hektar berechnet, das den Klima- und Nachhaltigkeitszielen (1,5 Grad und 30 Hektar/ Tag) entsprechen würde. Manfred Walser und Sebastian Mühlbach als Hauptverfasser weisen darauf hin, dass im aktuellen Regionalplanentwurf ein Bevölkerungswachstum von 10,3% angenommen werde, während das statistische Landesamt von nur 2,7% ausgehe. Dies zeuge von „unbedingten Wachstumswillen“ in der Region und sei mit Klima- und Nachhaltigkeitszielen nicht vereinbar.

Geplant wird mehr als das Doppelte an Flächenverbrauch für die nächsten 15–20 Jahre. Zu den geplanten etwa 2.700 Hektar im Regionalplanentwurf kommen nochmals einige hundert Hektar hinzu: über sogenannte §13b-Flächen, für die keine Umweltprüfung vorgeschrieben ist und weitere Flächeninanspruchnahme durch Planungen auf kommunaler Ebene. Das widerspricht dem Klimaschutz enorm, weil im intakten Boden große Mengen klimarelevanter Gase wie CO2 gespeichert sind. Selbstverständlich sollen beim Wohnungsbau die Bedürfnisse junger Familien berücksichtigt werden. Dies könnte jedoch durch Schaffung von sozialem und bezahlbarem Wohnraum mit adäquaten Wohndichten im Rahmen moderner Wohnprojekte deutlich besser und nachhaltiger geregelt werden, wobei auf eine gute ÖPNV-Anbindung zu achten ist.

Inzwischen sehen auch viele Landwirte große Interessenskonflikte mit der Regionalplanung. Karl-Heinz Mayer, Kreisvorsitzender des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) Überlingen-Pfullendorf schreibt: „Durch die Regionalplanung werden in unannehmbaren Maße Regelungen getroffen, die dazu führen werden, dass nicht nur hunderte oder tausende Hektare wertvolle landwirtschaftliche Produktionsfläche unwiederbringlich vernichtet werden, sondern es werden dadurch auch viele unserer bäuerlichen Familienbetriebe um ihre Existenzgrundlage gebracht, da diesen die Produktionsgrundlage durch den Flächenfraß genommen wird.“ 

Die Arbeitsgemeinschaft für bäuerliche Landwirtschaft, Bioland und Demeter, BODEG, auch die „Initiative gegen den 1000-Kühe-Stall Ostrach“ setzen sich zudem für den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen ein, die durch extensive Nutzung noch stärker zum Klimaschutz und zum Erhalt der derzeit rapide schwindenden Biodiversität beitragen können. Fruchtbarer Humus zur Lebensmittelproduktion braucht sehr viele Jahre, um sich zu bilden; darauf weist die Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) Ravensburg in deren Statement ausdrücklich hin und plädiert für einen sorgsamen Umgang mit unseren fruchtbaren Böden, insbesondere in immer unsichereren Zeiten. 

Im Bereich Rohstoffabbau werden laut „Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald“ insgesamt 1316 Hektar oder 1850 Sportplatzgrößen für die Region geplant, wenn man bisher genehmigte Flächen, Abbauvorranggebiete und Sicherungsflächen zusammenrechnet. Vom abgebauten Kies werden derzeit etwa 15% meist auf großen Lkws nach Österreich und in die Schweiz exportiert, jährlich über 25 000 Kieslasterfahrten und etwa 5 000 Tonnen CO2-Emissionen entsprechend. Im Ausland kostet dieser sehr wertvolle Rohstoff etwa das doppelte, was vor allem daran liegt, dass die Nachbarländer eine Umweltabgabe auf Kiesabbau erheben. Diese geplanten Abbauflächen halten die Umweltverbände für deutlich überdimensioniert und sehr belastend für Straßen und Anwohner, zum Beispiel in Mittelberg (Kalkabbau) und Göggingen wird schon seit vielen Jahren heftig dagegen protestiert. 

Im Altdorfer Wald als die die grüne Lunge Oberschwabens geht es vor Allem auch um den Schutz von bedeutenden Grundwasservorkommen zur Versorgung der Bevölkerung. Über 13 000 Unterschriften wurden in einer Online-Petition für ein Landschaftsschutzgebiet Altdorfer Wald gesammelt. Seit Februar machen junge Aktivist*innen sogar mit Baumhäusern in der Nähe des Ortes Grund darauf aufmerksam, dass dieses Naturjuwel unbedingt vor weiterem Raubbau bewahrt werden muss. Das Klimacamp Ravensburg sorgt seit Dezember 2020 schon für Furore, gemeinsam mit einigen Fridays- und Parents4Future-Gruppen. Die Jugend setzt sich vehement für den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen ein, wenn sich die Erwachsenen schon nicht ausreichend verantwortungsbewusst um die Zukunft ihrer Kinder und Enkel kümmern.

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Kreisgruppe Ravensburg und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Bodenseekreis und Ravensburg zeichnen die Petition für einen zukunftsfähigen Regionalplan mit. Beide Verbände weisen in ihren Stellungnahmen auf desaströse Planungen hin, völlig kontraproduktiv zur dringend benötigten Verkehrswende. Im Planungsentwurf zwar als nötig erachtete Klimaziele seien qualitative Absichtserklärungen, zu denen es aber kaum konkrete Projekte gebe. Stattdessen finde sich eine lange Liste an geplanten Neu- und Ausbauten von Straßen. Dabei sei klar, dass es nicht ausreicht, das Auto mit seinem hohen Energieverbrauch auf Elektroantrieb umzurüsten, der Autoverkehr müsse auch mengenmäßig deutlich reduziert werden, um die Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen.
Vielen Menschen wird inzwischen immer bewusster, dass die wunderschöne, ländlich geprägte Landschaftsstruktur auch als Ferienregion erhalten bleiben soll. Deshalb kämpft das Aktionsbündnis Grünzug Salem mit bisher 2400 gesammelten Stimmen um den Erhalt eines möglichst intakten Lebensraums, genauso wie die Initiativen „Lebenswertes Schussental“, „Gegen das Gewerbegebiet Baindt/Baienfurth“ oder „Pro Frischluftschneise“ beispielsweise. Alternativen zum derzeit noch vorherrschenden Lebens- und Wirtschaftsmodell bieten die Naturschutzverbände wie BUND und NABU, sowie verschiedene Wandel-Gruppierungen der Region wie „Wir und Jetzt“, „Fairwandel Sigmaringen“, der „AK Zukunft Bad Saulgau“ und „Asante“ Bad Saulgau“ an. Sie arbeiten an Zukunftsmodellen, die unsere Lebensgrundlagen erhalten, unsere Ressourcen schonen und ein gutes Zusammenleben ermöglichen. 

Sie alle beteiligen sich an der Petition für einen zukunftsfähigen Regionalplan an den kommenden Landtag Baden-Württemberg, damit die bisher verfehlten Planungen gestoppt und an Klima- und Nachhaltigkeitsziele angepasst werden können. Der Petitionstext wird am Samstag, den 27.3.2021 um 11:00 Uhr am Haus des RVBO in Ravensburg Corona-konform (Livestream und online abrufbar) an die Vorsitzende des Petitionsausschusses, Frau Petra Krebs, übergeben. Parallel dazu startet die Stimmensammlung auf Online-Petition.

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AbL HESSEN

Moderner Landwirt (30.3.): Stellungnahme des Hessischen Ziegenzuchtverbandes zum Entwurf des Wolfsmanagementplans für das Land Hessen

 

AbL RHEINLAND-PFALZ/SAARLAND

Saarbrücker Zeitung (6.5.): Nationalpark-Radio: Thema sind Artenschutz und Landwirtschaft

Metropolregion Rhein-Neckar News (17.4.): Bündnis fordert Runden Tisch Artenvielfalt/Landwirtschaft

 

AbL MITTELDEUTSCHLAND

Märkische Allgemeine Zeitung (4.4., kostenpflichtig): Agroforstsysteme - Alternative zu Monokulturen

TopAgrar (31.3.): Neues Agroforstsystem in Sachsen-Anhalt

Radio Dreyeckland (20.4.): Finanzinvestitionen in der Landwirtschaft werden weiter steuerlich begünstigt, nachhaltiges Wirtschaften bleibt auf der Strecke

Freie Radio.net (24.4.): Landgrabbing in Ostdeutschland: 'Der ländliche Raum wurde in den letzten Jahrzehnten geschwächt'

Du bist Halle (21.3.): Neues Agroforstsystem in Halle-Osendorf getestet

Hallesche Störung (20.3.): Acker­bau zwi­schen Baum­strei­fen: AbL setzt Pio­nier­ar­beit für Agro­forst­sys­te­me in Sach­sen-Anhalt fort

 

AbL SCHLESWIG-HOLSTEIN

Bündnis aus LsV SH+HH, LNV SH, BDM SH in Schleswig-Holstein

NDR (17.3.): Reform der EU-Agrarpolitik: Welche Rolle spielt Umweltschutz?

TopAgrar (17.3.): AbL/LsV/BDM/LNV: GAP muss Mehrleistungen der Bauern entlohnen!

Kieler Nachrichten (17.3., kostenpflichtig): Naturschützer und Landwirte im Schulterschluss für neue Landwirtschaft

SHZ (17.3.): Bauern in SH wollen mehr Geld für Naturschutz