40 Jahre AbL: Bäuerlicher Widerstand und Selbsthilfe

Es waren bewegende Zeiten Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts:

Zunächst waren es Studentenproteste gegen die alten, zum Teil noch aus dem Nationalsozialismus stammenden Strukturen, später sorgte die wachsende Umweltbewegung für eine fortschreitende Politisierung auch jenseits der Städte. Dass Umweltschützer und Bauern wie gegen die Atomkraft in Gorleben gemeinsame Sache machten, war allerdings noch sehr ungewöhnlich.

Auf dem Land wurde viel gearbeitet, in den meisten Dörfern noch wirklich in der Landwirtschaft oder nahe dran in der Landmaschinenwerkstatt, der Zuckerfabrik, „bei der Genossenschaft“. Die Bauern tranken abends in der Kneipe zusammen und saßen im Gemeinderat und im Kirchenvorstand. Gewählt wurde die CDU, in der Landadel und Großbauern Klientelpolitik machten – oft die Gleichen, die auch die höheren Ämter im Bauernverband und in Verarbeitungsbetrieben, Genossenschaften und Industrie bekleideten.

Der Strukturwandel schritt durch die zunehmende Maschinisierung voran und brachte immer mehr Bauernhöfe in Bedrängnis, zudem wurde aus eben jener entstehenden Umweltbewegung heraus erste Kritik an der Art und Weise, wie Lebensmittel erzeugt werden, geäußert. Aus Sorge um ihre landwirtschaftlichen Existenzen und politisiert durch die „Nichtbewegung“ des Bauernverbandes und einer fatalen Interessenphalanx aus Agrarindustrie und Politik und mit dem Wunsch, Bauern, Umweltschützer und Verbraucher mit ihren Interessen zusammenzubringen, fanden 1976 erstmals Bauern und Bäuerinnen zusammen und gründeten gemeinsam mit engagierten Landjugendreferenten jene Arbeitskreise, aus denen später die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft hervorgehen sollte.

Ihr 40-jähriges Jubiläum wollen wir in der Unabhängigen Bauernstimme, die als „Bauernblatt“ damals das Sprachrohr dieser alternativen Bewegung auf dem Land war, mit einer Artikelreihe, die sich über das ganze Jahr 2021 erstreckt, würdigen.

Grundsatzreferat 1980

Grundsatzreferat 1982