Minister Lindemann sägt an Saatgutreinheit

Bündnis: Keine technischen Tricks - Saatgut muss gentechnikfrei bleiben!

„Landwirtschaftsminister Lindemann soll ein klares Bekenntnis zur Gentechnikfreiheit im Saatgut und auf dem Acker abgeben und sich endlich von der Risikotechnologie Gentechnik verabschieden,“ fordert das Bündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, Bremen, Hamburg, die Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut), die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. und die Gentechnikfreien Regionen in Deutschland mit einer gemeinsamen Saatgut-Aktion vor dem Niedersächsischen Landtag.

Rund 30 Saatgutschützer sind heute mit Trecker, Drillmaschine und Saatgutsäcken vor den Landtag gezogen, da am 18. März 2011 im Bundesrat eine weit reichende Entscheidung zur Aufweichung der Saatgutreinhaltung getroffen werden könnte. Vorgeschlagen sind technische Vorschriften, die nach Meinung des Bündnisses die in Europa geltende Nulltoleranz für gentechnische Verunreinigungen im Saatgut aushebeln könnten. Antragssteller sind die Landesregierungen von Niedersachsen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. „Wir fordern die Länder auf, diesen Antrag zurückzuziehen und eine klare Furche zu pflügen. Es ist die Pflicht der politisch Verantwortlichen, sich für ein Reinheitsgebot vom Acker bis zu Teller einzusetzen. Das ist das Gebot der Stunde,“ so Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Bei der Übergabe einer Saatgutschale stellte Minister Lindemann klar, dass er durch definierte Messverfahren Rechtssicherheit schaffen wolle, die dann nicht durch eine Nachprobe ausgehebelt werden dürfe. Darauf Annemarie Volling, Sprecherin des Bündnisses für gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, Bremen, Hamburg: „Technische Tricks, um eine schleichende Verunreinigung des Saatguts zu legalisieren, sind fatal für die gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft. Die Nulltoleranz muss ohne Wenn und Aber gelten. Jeder Fund von gentechnischen Verunreinigungen muss so ernst genommen werden, dass keine Gentechnikpflanzen auf dem Acker wachsen können.“

Stefi Clar, Saatguterzeugerin vom Dreschflegel e.V. und Mitglied der IG Saatgut: „Gentechnik-Zuckerrüben können in Mangold und Rote Beete einkreuzen, Gentechnik-Mais in Süßmais. Eine Kontamination bedroht meine Existenz. Deshalb brauchen wir Züchterinnen und Saatguterzeuger die Sicherheit, dass auf Feldern keine Gentechnik-Pflanzen wachsen. Es besteht kein Grund, Schlupflöcher für die Missachtung eines strikten Reinheitsgebotes zu eröffnen.“

Ortrud Pralle, AbL-Bäuerin aus Soltau: „Mir ist wichtig, dass nur gentechnikfreie Saat auf den Acker kommt, damit ich auch weiterhin gentechnikfrei erzeugen kann und dies auch für nachfolgende Generationen sichergestellt ist.“

PRESSEERKLÄRUNG von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit, dem Bündnis für Gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, Bremen und Hamburg sowie den Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

V.i.S.d.P. und Kontakt:
Stefi Clar, Züchterin und Samenbauerin vom Dreschflegel e.V., Tel: 036083/54546
Siegrid Herbst, IG Saatgut, Tel: 0176/24150016
Georg Janßen, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., Tel: 0170/4964684
Annemarie Volling, Sprecherin Bündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, HB, HH, Tel: 0160/96760146

Hintergründe finden Sie im gemeinsamen Appell: „Bundesrats-Initiative zur Gentechnik im Saatgut - Ein Appell an die Regierungen der Bundesländer“ sieh Save our Seeds:

16.03.2011
Von: Pressemitteilung