Mais nach Mais ist eine Sackgasse

AbL: Maiswurzelbohrer bietet Chance zum Umdenken

Mainz, Hamm, den 30.08.2012. „Das Auftauchen des Maiswurzelbohrers bedeutet für die landwirtschaftlichen Betriebe vor Ort ein ernste wirtschaftliche Gefahr. Der Maiswurzelbohrer bietet aber auch die Chance, darüber nachzudenken, wie wir in Zukunft Landwirtschaft betreiben wollen und können“, so Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in einer Stellungnahme zum Auftauchen des Maiswurzelbohrers in Rheinland-Pfalz.

Janßen weiter: „Alle wissenschaftlich ernst zu nehmenden Erkenntnisse und die Hinweise der landwirtschaftlichen Fachberatung der letzten Jahre haben die Einhaltung der Fruchtfolge und die Pflanzenvielfalt auf den Äckern angemahnt, um sich gegen den Maiswurzelbohrer zu wappnen. Diese Vielfalt ist nicht nur aus ökologischen Gründen sinnvoll, sondern sie rechnet sich langfristig auch. Das Auftreten des Schädlings bietet daher bei allem akuten Aufwand und Ärger auch die Chance, dass wir uns von Maismonokulturen verabschieden. Mais nach Mais ist eine gefährliche Sackgasse. Wir sollten die Kritik der Gesellschaft an den Monokulturen ernst nehmen und eine neue ökologische Offensive durch Fruchtfolge und Pflanzenvielfalt in der Landwirtschaft einleiten. Die agrarpolitisch Verantwortlichen können dies sinnvoll unterstützen.“ Bei der anstehenden Reform der EU-Agrarpolitik fordert die AbL, dass die Direktzahlungen konsequent an die Einhaltung von Fruchtfolgen gebunden werden.

Janßen: „Wir brauchen eine Grenze im Anbau von maximal 50 % einer Ackerfrucht je Betrieb, damit Monokulturen nicht mehr durch Direktzahlungen mit gefördert werden. Hinzu kommen muss auch ein Mindestanteil von 20 Prozent einheimischer Eiweißfutterpflanzen, der insbesondere auch aus Klimaschutzgründen geboten ist. Diese Offensive ist auch für viele bäuerliche Betriebe existenziell, um den notwendigen Umstieg von der ölgesteuerten Produktion zur solargestützten Landwirtschaft zu schaffen.“ Abschließend erklärt der AbL-Bundesgeschäftsführer: „Die Milliardenschäden des Maiswurzelbohrers in den USA zeigen zudem, dass der gentechnisch veränderte Mais keine Alternative darstellt. Im Gegenteil: Der Maiswurzelbohrer hat im Labor und auf den Äckern schnell Resistenzen entwickelt, und der Schädling ist in diesem Jahr in den USA noch stärker aufgetaucht und verursacht großflächige Ernteausfälle. Die AbL begrüßt die Initiative von Ministerin Höfken für einen Runden Tisch, wo wir von den Beteiligten erwarten, dass mit dem Umdenken auf dem Acker und in der Agrarpolitik ernst gemacht wird.“

V.i.S.d.P.: Georg Janßen, AbL-Bundesgeschäftsführer

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30.08.2012
Von: Pressemitteilung