Futtertröge ohne Importsoja möglich und gewünscht

Der World Wide Fund for Nature (WWF) bestätigte, was Neulandbauern schon lange wissen. Eine Schweinefütterung ohne Soja ist möglich. Zwar wurde in den beiden Versuchsbetrieben des WWF zum Anfang der Mast noch Soja eingesetzt, das aber um ein vielfaches reduziert. In der Endmast landeten als Eiweißträger nur noch Rapsschrot und Körnerlegumnosen wie Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen im Futtertrog der Schweine. Die Tageszunahmen waren nicht geringer als beim ausschließlichen Einsatz von Soja in der Futterration. Antrieb für die Versuche ist eine Partnerschaft mit EDEKA, die eine Umstellung auf heimische Futtermittel für von ihnen verkauftes Fleisch will. Der Sojaanbau in Übersee ist inzwischen bei immer mehr Verbrauchern mit negativen Assoziationen besetzt. Umweltzerstörung wie die Regenwaldabholzung, soziale Ungerechtigkeiten durch exportorientierte Großgrundbesitzer die indigene Völker oder Kleinbauern zugunsten einer Sojamonokultur unter Einsatz von Gentechnik und Glyphosat vertreiben sind nur ein Teil der Auswirkungen, die immer mehr Menschen in Europa erreichen. Der Lebenmitteleinzelhandel reagiert und fordert Umstellungsstrategien auf heimische und nebenbei auch noch gentechnikfreie Eiweißfuttermittel. Auch Rewe plant entsprechendes. Positive ökologische Effekte bringt das auch in europäische Fruchtfolgen, wenn wieder mehr Körnerleguminosen angebaut werden. Das Greening hat in diesem Jahr dafür gesorgt, dass nicht nur wieder mehr Erbsen und Ackerbohnen bei uns wachsen sondern sich auch die Anbaufläche von Soja in Deutschland gegenüber 2012 mehr als verdoppelt hat. Allein in Süddeutschland, der Hauptanbauregion hier, uns wachsen an europäische Bedingungen angepasste und natürlich gentechnikfreie Sorten, auf mehr als 11.000 Hektar. Wichtig ist, dass es den Bauern und Bäuerinnen auch ökonomisch honoriert wird, gleichzeitig den Regenwald in Südamerika wie auch die Biodiversität in Europa schützen. Die Futtermittelindustrie muss nun entsprechend auf die Anforderungen des Lebensmittelhandels eingehen und heimische Leguminosen zu auskömmlichen Preisen für die Bauern und Bäuerinnen abnehmen und zu Futtermischungen verarbeiten.

17.06.2015
Von: cs