UN-Diskussion muss auch unser Agrarsystem ändern

Eine internationale Forschergruppe hat im Rahmen eines Kongresses auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York eine Studie vorgestellt, die einmal mehr zu der Erkenntnis kommt, dass nicht nachhaltige agrarindustrielle Wirtschaftssystem Böden zerstören, den Klimawandel vorantreiben und schlussendlich auch dazu führen, dass Menschen aus ihrer Heimat flüchten. Die Studie des internationalen Forscherteams ELD-Initiative beziffert den weltweiten Schaden durch die Versiegelung von Böden und Auswirkungen nicht nachhaltiger Bewirtschaftungsmethoden, etwa durch Überdüngung und Überweidung, auf 6,3 bis 10,6 Billionen Dollar (ca. 5,6 bis 9,4 Milliarden Euro) pro Jahr. „Auch Europa und Deutschland sind betroffen und vor allem auch mit verantwortlich. Wir verlieren auch hier bei uns durch die Art und Weise der Flächennutzungen wertvolle Böden und Bodenfruchtbarkeit. Zudem sind mit unseren hohen Importen an Futtermitteln und Ölen massive Verschlechterungen in den Herkunftsländern unserer Importe verbunden“, kommentiert die AbL-Vorsitzende Gertraud Gafus aus. „Wir müssen auch bei uns dringend die notwendige Kehrtwende einleiten. Dass die Profiteure der heutigen Systeme das verhindern wollen liegt auf der Hand“, wie sich in der Meinung des Präsidenten des Deutschen Bauernverbands, Herrn Rukwied, zeige, dass es keine Agrarwende geben dürfe und geben werde. „Es steht zu viel auf dem Spiel. Die politisch Verantwortlichen, die Öffentlichkeit und wir Bauern und Bäuerinnen dürfen solche Äußerungen einfach nicht mehr hinnehmen“, so Gafus. Die AbL-Vorsitzende fordert agrarpolitische Weichenstellungen, mit denen einerseits die positiven Ökosystemleistungen von bäuerlichen Wirtschaftsweisen gezielt unterstützt werden. Zudem müssten negativ wirkende Nutzungsformen nicht länger noch gefördert, sondern unterbunden werden.

Studie: „Value of Land. Prosperous lands and positive rewards through sustainable land management“: eld-initiative.org/index.php;

25.09.2015
Von: cs