Bayer muss Verantwortung und Haftung übernehmen

Wer Risikoprodukte auf den Markt bringt, muss bei Schäden zahlen

Stellungnahme der AbL zur Bayer-Hauptversammlung 2025 und Ankündigung einer Kundgebung mit Treckern am morgigen Freitag um 10:00 Uhr vor der Konzernzentrale in Leverkusen.

Bernd Schmitz, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., wird morgen auf der Bayer-Hauptversammlung zu den Aktionären sprechen. Er kommentiert: 

„Bayer bringt viele Produkte auf den Markt und behauptet stets, sie seien sicher. Bayer behauptet auch, dass die Verantwortung für ihre Produkte im Zentrum ihres Handelns steht. Die AbL fordert Bayer auf, endlich ihren eigenen Ansprüchen nachzukommen. Beispiel Parkinson: Parkinson ist seit März 2024 auf der Liste der anzuerkennenden Berufskrankheiten aufgeführt. Der Ärztliche Sachverständigenbeirat bestätigt den eindeutigen Zusammenhang zwischen der beruflichen Pestizidexposition und der Entstehung einer Parkinson-Erkrankung. Die AbL fordert Bayer und andere Konzerne auf, die Parkinson-auslösenden Pestizide endlich vom Markt zu nehmen. Zudem muss Bayer die betroffenen Berufskolleg:innen unkompliziert und ohne lange Klageverfahren angemessen entschädigen – das heißt für uns Verantwortungsübernahme. Mit bestem Wissen und Gewissen haben die Bäuer:innen die betreffenden Pestizide entsprechend der Angaben der Hersteller und Zulassungsbehörden zur gesundheitlichen Sicherheit angewendet. Einen Hinweis auf mögliche Gefahren für eine Parkinsonkrankheit hat es nicht gegeben – auch heute findet man diese nicht. Auch bei Glyphosat ist Bayer aufgefordert, das als krebserregend eingestufte Mittel endlich vom Markt zu nehmen und die durch Glyphosat an Krebs erkrankten Berufskollegen angemessen zu entschädigen. Ihre Berufungsverfahren und Gesetzesänderungslobbyaktivitäten sind menschenunwürdig und einzustellen.“

Annemarie Volling, Gentechnik-Expertin der AbL e.V., wird auf der Trecker-Kundgebung sprechen. Sie führt weiter aus:

„Aktuell wird in der EU kontrovers darüber gestritten, ob neue Gentechnik-Pflanzen weiter nach bewährtem EU-Gentechnikrecht reguliert bleiben – oder ob, wie u.a. von der EU-Kommission geplant, ein Großteil der zu erwartenden neuen Gentechnik-Pflanzen komplett dereguliert werden sollen. Gentechnik-Konzerne wie Bayer lobbyieren massiv für die Deregulierung neuer Gentechnik-Pflanzen. Das wäre  ein Freifahrt­schein für die Gentechnik-Konzerne. Denn verpflichtende Risikoprüfung, Nachweisverfahren, Kennzeichnung bis zum Endprodukt und wirksame Schutzmöglichkeiten vor Gentechnik-Kontaminationen sollen ihrer Meinung nach für neue Gentechnik-Pflanzen abgeschafft werden. Auch Haftungsregelungen sollen vom Tisch, damit die Inverkehrbringer im Schadensfall keine Verantwortung für ihre Gentechnik-Risiko-Produkte übernehmen müssen. Für Risiken und Nebenwirkungen würden die Bäuer:innen und die Gesellschaft haften. Nicht mit uns! Wer auf die Risikotechnologie Gentechnik setzt, muss für Schäden bei Gesundheit und Umwelt sowie bei wirtschaftlichen Schäden in der Lebensmittelerzeugungskette aufkommen. Im aktuellen EU-Gesetzgebungsprozess sind Europaparlament und EU-Ministerrat aufgefordert, das Recht auf gentechnikfreie Erzeugung und die Sicherung unserer Wettbewerbsvorteile durchzusetzen. Von der Gentechnik- und Pestizid-Industrie, die Risikoprodukte auf den Markt bringen, fordert die AbL einen Haftungsfonds, aus dem dann für Schäden bei Gesundheit, Umwelt oder wirtschaftlichen Schäden gezahlt wird, entsprechend des Verursacherprinzips.“

Kundgebung mit Treckern:
Während Bernd Schmitz zu den Aktionären auf der online stattfindenden Bayer-Hauptversammlung spricht, wird die AbL parallel mit Treckern und Bannern vor der Konzernzentrale stehen und dort mit der CBG (Coordination gegen BAYER-Gefahren) u.a. Organisationen eine Kundgebung abhalten. Vor Ort und Kundgebungsrednerin ist Annemarie Volling.

  • Start der Kundgebung, am Freitag, 25. April 2025 um 10 Uhr
  • Ort: Bayer AG, Kaiser-Wilhelm-Allee 1, 51373 Leverkusen
  • Bilder der Kundgebung am Freitag, ab 12:00 Uhr, kostenlos runterladen: hier

Die Bayer-Hauptversammlung mit Reden von kritischen Aktionären startet um 10 Uhr. Sie kann hier (nach Anmeldung) verfolgt werden: www.bayer.com/de/investoren/hauptversammlung

Links:

  • Parkinson ist seit März 2024 auf der Liste der anzuerkennenden Berufskrankheiten aufgeführt - hier
  • Der Ärztliche Sachverständigenbeirat Berufskrankheiten beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales bestätigt in seiner Empfehlung den eindeutigen Zusammenhang zwischen der beruflichen Pestizidexposition und der Entstehung einer Parkinson-Erkrankung: „Wissenschaftliche Empfehlung für die Berufskrankheit „Parkinson-Syndrom durch Pestizide“ (S.38) – hier

Kontakt:
Bernd Schmitz (Online)
Stellvertretender Bundesgeschäftsführer der AbL e.V.
Mobil: 0177/3565559

Annemarie Volling (vor Ort)
Gentechnik-Expertin der AbL e.V.
Mobil: 0160/96760146