Über 90 Nichtregierungsorganisationen aus allen Kontinenten forderten beim Weltnaturschutz-Kongress Mitte Oktober in Abu Dhabi ein Moratorium für die Freisetzung gentechnisch veränderter Wildorganismen in die Natur. Unterstützt wurden sie von 100 Wissenschaftler:innen, die in einem offenen Brief eindringlich zur Vorsicht mahnten, da die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen in Ökosystemen zu irreversiblen ökologischen Störungen führen kann. Trotzdem ist das Moratorium knapp gescheitert. Begrüßt haben dies einzelne IUCN-Mitglieder (weltweiter Dachverband der Naturschutzorganisationen) wie das Netzwerk der Gene Drive Forschenden. Sie wollen mit Gentechnik invasive Arten bekämpfen, gefährdete Arten retten oder Insekten auslöschen, die Krankheiten übertragen. Kritiker:innen hingegen wiesen darauf hin, dass Anwendungen wie Gene Drives risikoreich sind und Arten dauerhaft verändern oder ausrotten können. Dies könne erhebliche Kettenreaktionen in ganzen Ökosystemen auslösen. Franziska Achterberg von Save Our Seeds kommentierte „Offenbar setzen viele IUCN-Mitglieder auf Risikotechnologien mit ungewissem Ausgang. Doch die Natur kann sich solche Experimente mit potenziell schwerwiegenden und irreversiblen Folgen nicht leisten. Bewährte Naturschutzmaßnahmen müssen Vorrang vor gentechnischen Eingriffen haben.“
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