Der Bundesvorstand und die Mitarbeitenden der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) trafen sich vom 1.9 – 2.9.2026 zur Sommer-Klausur diesmal auf dem Hof für alte Pferde der Vorstandsfrau Anne Monika Spallek „Gestüt Gerleve“ in Billerbeck im Münsterland. Am Abend des 1.9 gab es zudem einen Austausch mit dem NRW-Landesvorstand und MdB Ophelia Nick, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion B90/Die Grünen und ehemalige Vorsitzende der AbL NRW.
Ein Schwerpunkt der Klausur war die außergewöhnliche Dürre in diesem Sommer, die viele Bäuerinnen und Bauern enorm getroffen hat. In einigen Regionen Deutschlands war es so extrem, dass komplette Ernten ausfielen und Notschlachtungen notwendig wurden. Doch das Bundeslandwirtschaftsministerium reagiert nur mit ziellosen Liquiditätshilfen und Gießkannenzahlungen wie der Stärkung der Hektarprämie ohne Berücksichtigung der Betroffenheit der Betriebe. So will der Bundeslandwirtschaftsminister will 700 Mio. Euro mit der Gießkanne verteilen, egal ob die Ernte gut oder schlecht war, egal ob sich Bäuerinnen und Bauern für Artenvielfalt und Klimaschutz einsetzen und je mehr Fläche sie besitzen, desto mehr Geld werden sie bekommen. Das ist höchst ungerecht und gerade viele AbL Betriebe, die sich seit Jahren dafür einsetzen, möglichst viel für die Umwelt zu tun, werden jetzt alleine gelassen, statt mit zielgerichteten Krisenhilfen zu unterstützen. Und eine Antwort auf die zugrundeliegende Krise bleibt völlig aus.
Die AbL forderte bei ihrer Sommerklausur eine klare politische Kurskorrektur: Krisenmaßnahmen müssen dort ankommen, wo sie tatsächlich gebraucht werden, und mit einer langfristigen Strategie verknüpft sein, die die Klimaresilienz der Landwirtschaft stärkt. Eine Politik, die mit Krisenreserven fossile Düngemittelindustrien stützt, schwächt genau jene Höfe, die Biodiversität und Klimaschutz tagtäglich leisten. Die größte Gefahr ist, dass wir uns immer weiter in einen kontraproduktiven Kurs hineinbewegen, statt Resilienz aufzubauen.
Der AbL Bundesvorstand definierte in Rahmen der Klausur drei zentrale Forderungen:
Die Bundestagsabgeordnete Dr. Ophelia Nick betonte: „Wer vor allem für die Schäden zahlt, aber zu wenig in Klimaanpassung investiert, verschiebt das Problem in die Zukunft“.