Über 2.000 Unternehmen der Saatgutzüchtung, der Landwirtschaft und Gärtnereien, der Lebensmittelverarbeitung und des Handels haben sich in einem dringenden Appell an die Europaparlamentarier gewandt und sie aufgefordert, den Gesetzesentwurf zu Neuen Gentechnik (NGT)-Pflanzen am 17. Juni in Strasbourg klar abzulehnen.
Claudia Gerster, Initiatorin des Briefes, Bäuerin und Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., betont:
„Die wirtschaftliche Zukunft unserer Unternehmen wird mit dem geplanten Gesetzesentwurf massiv gefährdet. Eine gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung würde, wenn der Gesetzesentwurf so angenommen werden sollte, nicht mehr möglich sein. Weder konventionell noch ökologisch. Für die allermeisten Neuen Gentechnik-Pflanzen sollen bestehende Regeln komplett entfallen. Das bewährte EU-Vorsorgeprinzip soll abgeschafft werden: Keine Risikoprüfung, keine verpflichtenden Nachweisverfahren, kein Monitoring. Sämtliche Schutzmaßnahmen sollen abgeschafft werden. Gentechnik-Verunreinigungen wären vorprogrammiert. Es würde nicht mehr möglich sein, gentechnikfreies Saatgut oder Lebensmittel zu erzeugen. Auch die bisherigen Haftungsregelungen hätten keine Gültigkeit mehr. Wir Lebensmittelerzeugenden sitzen dann auf der Anklagebank. Der Gesetzesentwurf bedient allein die Interessen der Gentechnik-Konzerne. Risiken und Kosten sowie wirtschaftliche Schäden und Schäden für die Umwelt müssten die gentechnikfrei arbeitenden Züchter:innen, Bäuer:innen, Gärtner:innen und Lebensmittelverarbeitenden und die Gesellschaft tragen. Das ist inakzeptabel.“
Gerster weiter:
„Der Verbraucherschutz wird missachtet. Es soll keine Kennzeichnungspflicht bis zum Endprodukt mehr geben. Bürger:innen wollen wissen und selbstbestimmt entscheiden, was sie essen. Mit den Neuen Gentechnik-Pflanzen wird es unweigerlich eine Flut von Patenten geben. Diese haben massive wirtschaftliche Auswirkungen auf die zukünftige Züchtung, da Patente den freien Zugang zu Saatgut zur Weiterzucht faktisch verhindern. Wir brauchen rechtssichere Verbote von Patenten auf Pflanzen und -Produkte. Wer dies jetzt nicht einfordert, nimmt wissentlich eine verschärfte Konzentration am Saatgutmarkt in Kauf und gefährdet unsere Lebensgrundlagen.“
Link:
Brief der Unternehmen an das Europaparlament (Link)
Kontakt:
Annemarie Volling
Referentin für gentechnikfreie Landwirtschaft
Mobil: 0160/96760146



