In einem gemeinsamen Positionspapier fordern Bauern, Schäfer und Naturschützer die Bundesregierung heute auf, der Weidehaltung auf Grünland endlich eine langfristige wirtschaftliche Perspektive zu geben und eine ressortübergreifende Nationale Weidestrategie auf den Weg zu bringen. Die rund 80 Verbände fordern zudem konkret eine Ausweitung der bundesweiten Förderung von Weidetieren in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU – auch für Milchviehbetriebe. Die Verbände betonen in diesem Zusammenhang, dass es hierfür dringend geboten ist, die aktuell in den Öko-Regelungen und Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen angebotenen Förderprogramme, auch in der GAP ab 2028, finanziell abzusichern. Den Vorschlag der EU-Kommission den aktuell bestehenden Schutz von Dauergrünland ab 2028 abzuschaffen, kritisiert das Bündnis. „Dauergrünland muss langfristig und zuverlässig geschützt werden - auch in der GAP ab 2028.“, so die Verbändegemeinschaft, der auch die AbL angehört.
Kirsten Wosnitza, AbL Weidehalterin und Mitglied der AbL Fachgruppe GAP:
„Der Wert der Weidehaltung für Mensch, Tier, Klima und Biodiversität ist unbestritten. Trotzdem treibt die Agrarpolitik immer mehr Tiere in den Stall, statt auf Wiesen und Weiden. Es ist deswegen ein beeindruckendes und wichtiges Signal, dass sich jetzt so viele Weidehalterinnen und Weidehalter zusammengeschlossen haben und gemeinsam politisch aktiv werden. Rinder, Schafe und Ziegen auf der Weide gibt es nicht zum Nulltarif. Weidehaltung bedeutet Mehrarbeit, die bezahlt werden muss. Sonntagsreden helfen hier wenig. Im Bereich Milchviehhaltung wäre die Ausgestaltung der vom Deutschen Bundestag bereits beschlossenen und vom Weide-Bündnis geforderten bundesweiten Weideprämie für Milchkühe in der GAP ein hilfreicher Anfang dem viele weitere Schritte folgen müssen.“
Das gesamte Papier zum Download > hier
Hintergrundinformationen:
Während 2010 noch 42 Prozent der Rinder Zugang zur Weide hatten, waren es zehn Jahre später nur noch 31 Prozent. Dies zeigt eine Auswertung von Greenpeace aus dem Jahr 2023 > hier. Bereits 2020 hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in einer Stellungnahme einen direkten Zusammenhang des Rückgangs an Tier- und Pflanzenarten im Zusammenspiel mit der zurückgegangenen Weidehaltung herausgestellt > hier.



