AbL Bäuerinnen und Bauern fordern Umsetzung der Öko-Regelung Weide ab 2027

AbL zur heutigen Protestaktion vor dem Bundestag zur Öko-Regelungen

Zum heutigen Start der Verhandlung über das Bürokratieabbaugesetz im Bundestag, in dem die eigentlich ursprünglich für 2026 vorgesehenen Öko-Regelungen zur Weidehaltung und zum Biotopverbund abgeschafft werden sollen, hat die AbL heute mit einer Protestaktion und Pressekonferenz dagegen ein Zeichen gesetzt. Die Milchbäuer*innen Gesa Thießen, Kirsten Wosnitza und Ottmar Ilchmann standen auf ihren Weiden und gaben per Videokamera Livestatements und erklärten, warum die politische Entscheidung zum Streichen der bundesweiten Weideförderung falsch sei. Sie appellierten an Bundestag sowie Bundesrat die geplante Abschaffung der Öko-Regelung zu stoppen.

Ottmar Ilchmann, Milchbauer aus Niedersachsen:

„Die Weidehaltung ist wirtschaftlich sehr unter Druck. Der Hauptgrund dafür ist ein um 1000 Liter geringerer Milchertrag pro Tier im Jahr. Mein Appel daher an die Bundestagsabgeordneten: überlegen sie sich ganz genau, ob es nicht eine Öko Regelung Weide doch jetzt geben müsste. Die Finanzierung ist gegeben, die Vorteile liegen auf der Hand. Minister Rainer sollte in sich gehen und von seinem bisherigen Kurs abweichen. Damit Weidehalterinnen nicht frustriert werden und mit Stolz sagen können: Weidehaltung ist Zukunft und hat auch Zukunft.“

Gesa Thießen, Jung-Milchbäuerin aus Niedersachsen:

„Im Dezember diesen Jahres steige ich hier in meinen Betrieb ein. Um auch in Zukunft diese Form der Landwirtschaft weiterzuführen. Um als Junglandwirtin einen Betrieb zukunftsfähig aufzustellen, muss ich wissen wie es weitergeht. Ich kann nicht darauf warten, dass in einem oder zwei Jahren die nächste GAP kommt und sich die Zahlungen wieder komplett ändern. Daher stehe ich heute hier und setze mich dafür ein, dass die Öko-Regelung Weide nicht gestrichen wird, als ein Baustein einer natur- und tierfreundlichen Landwirtschaft.“

Kirsten Wosnitza, Milchbäuerin aus Schleswig-Holstein:

„Ich finde auch das Bürokratieabbau wichtig ist, aber es darf nicht immer wieder zum pauschalen Argument werden, mit dem man Standards oder wichtige Fördermaßnahmen streicht. Die Öko-Regelung für Weidekühe würde bundesweit ganz konkrete Leistungen honorieren, Tierwohl, Biodiversität und die zusätzliche Arbeit der Weidehalterinnen und Weidehalter. Ich bekomme außerdem auch immer wieder viele Kommentare von Verbraucherinnen und Verbrauchern, die mir zeigen, dass die Weidehaltung gesellschaftlich auch gewünscht ist. Daher ist die Politik nun gefordert, hier endlich für Verlässlichkeit zu sorgen.“

Bilder der Aktion finden Sie [hier]