Klimaschutz und wirtschaftliche Perspektiven für eine vielfältige resiliente Landwirtschaft

AbL veröffentlicht mit Bündnis neues Positionspapier und fordert „Hitzegipfel jetzt“

Heute hat sich die AbL in einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem breiten Bündnis aus Landwirtschaft, Zivilschutz, Gesundheit, Soziales, Mieterschutz, Umwelt- und Klimaschutz vor dem Kanzleramt zur aktuellen Hitzewelle und deren Folgen in der Landwirtschaft geäußert. In dem neuen Positionspapier „Hitzegipfel jetzt!“ wird die Bundesregierung zu dringendem Handeln aufgefordert. Für die Landwirtschaft prägen die Extremwetterlagen des Sommers die Realität auf den Höfen mit direkten, gravierenden Folgen für die tägliche Arbeit, die Ernten und die Tiere. Klimaschutz verbunden mit wirtschaftlichen Perspektiven und Planungssicherheit sowie Klimaanpassung sind eine Priorität und dürfen nicht von der Bundesregierung weiter ignoriert werden. Aus Sicht der AbL ist eine resiliente Landwirtschaft mit vielfältigen Höfen mehr denn je die Voraussetzung für langfristige Zukunftsperspektiven der Betriebe.

Martin Schulz, AbL-Vorsitzender und Landwirt aus Niedersachsen, sagt:

„Solche Extremwetterereignisse sind keine Einzelfälle mehr, sondern werden zur neuen Normalität. Die akute Wettersituation in Deutschland verschärft in diesem Sommer die ohnehin schwierige wirtschaftliche Realität auf vielen Höfen durch Ernteausfälle und höhere Kosten. Die Betriebe stehen bereits unter immensen Druck, der nur durch eine deutliche Verbesserung ihrer Marktposition gelöst werden kann. Eine krisenfeste Landwirtschaft braucht faire Preise und faire Marktrahmenbedingungen für Bäuer*innen und Bauern. In der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) drohen ab 2028 Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen, die zentral für mehr betriebliche Resilienz sind, sogar systematisch geschwächt zu werden. Die Lösungen zur Bekämpfung der Klimakatastrophe sind seit Jahrzehnten klar. Auch Anpassungsmaßnahmen für die Landwirtschaft liegen auf dem Tisch. Wir als AbL-Bäuer*innen sind bereit diesen Weg weiterzugehen, aber wir brauchen in diesen Zeiten politische Unterstützung!“

Ralf Behring, Landwirt aus Brandenburg, hat bei der Pressekonferenz die Praktikersicht eingebracht und sagt:

"Ich bin dankbar und froh, dass ich einen Beruf ergreifen konnte, der viel in unserer Gesellschaft gestalten und bewirken kann. Wir Land- und Forstwirte haben einen sehr großen Hebel, um dem Klimawandel entgegen zu wirken. Wir haben die Verantwortung für 80 % der Fläche in Deutschland und machen gerade mal ein Prozent der Bevölkerung aus. Es kann nur gemeinsam funktionieren, also mit Unterstützung der gesamten Gesellschaft. Wir brauchen eine gerechte und faire Entlohnung, damit unsere gesellschaftlich wertvolle Arbeit für mehr Klimaschutz auch bezahlt wird."

Kontakt:
Emma André
AbL-Klimareferentin
Mobil: 0151-72372897