Die AbL und AbL-Bayern haben die jüngste Demo von Bäuerinnen und Bauern des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) in München unterstützt. Immer wieder geraten Bäuerinnen und Bauern in die Situation, dass der Milchpreis abstürzt und unter die Kostendeckung rutscht. Zum Teil liegt der Milchpreis aktuell schon unter 40 Cent je kg Milch. Bäuerinnen und Bauern fehlen nach wie vor Rahmenbedingungen, den Markt so mitzugestalten, dass preisvernichtende Überschüsse im Milchsektor rechtzeitig verhindert werden können. Hätte die Bundesregierung Artikel 148 GMO bereits umgesetzt, so dass verpflichtend Verträge mit den Bäuerinnen und Bauern mit Angaben zu Preisen und Mengen vereinbart werden müssten, hätte dieser Preisabsturz verhindert werden können
Josef Schmid, AbL-Landesvorsitzender in Bayern, war auf der Demo in München und sagt:
„Als kurzfristige Maßnahme muss die EU-Kommission jetzt den freiwilligen Lieferverzicht gegen Entschädigung aktivieren. Mit jeder Preiskrise verlieren wir vermehrt Milchviehbetriebe. Die Monopolkommission hat in ihrem jüngsten Sondergutachten festgestellt, dass sowohl Lebensmitteleinzelhandel als auch Hersteller hohe Margen einstreichen, Verbraucher:innen und wir Bäuerinnen und Bauern sind in einer schwachen Marktposition und die Verlierer.“
Elisabeth Waizenegger, Mitglied im AbL-Bundesverband und Milchbäuerin in Bayern, sagt:
„Es muss eine Transparenz über unsere Produktionskosten sowie die Preise in der gesamten Wertschöpfungskette hergestellt werden. Damit wir Bäuerinnen und Bauern selber am Markt vorausschauend agieren können, brauchen wir eine Vertragspflicht vor Lieferung, um Mengen, Preise, Qualitäten und Laufzeiten zu verhandeln. Mit Verträgen und festgelegter Menge könnten nicht einfach im Schnitt 7,6 % mehr Milch auf den Höfen erzeugt werden, wie es im November passiert ist, beziehungsweise gäbe es für diese Übermengen keine festen Preise. Wenn eine Grundlinie an Menge festgelegt ist, hätten wir auch die Möglichkeit, bei Marktänderungen etwa am Weltmarkt unsere Mengen nach oben oder unten zu korrigieren. Wir fordern von Bundesminister Rainer und der Bundesregierung Transparenz in der Wertschöpfungskette herzustellen und eine Vertragspflicht vor Lieferung EU-weit und auf Bundesebene einzuführen.“
Hinweis:
Bundesweite Milchtagung der AbL am 2. März in Hardehausen hier
Kontakt:
Elisabeth Waizenegger
AbL-Bundesvorstand
Tel: 0151-17678626
Josef Schmid
Landesvorsitzender AbL-Bayern
Tel: 0171-1108148
www.abl-bayern.info



