Rainer darf tierhaltende Betriebe nicht entmutigen

Ausbleibende wirtschaftliche Perspektiven würde Umbau Tierhaltung ausbremsen

Auf der gestrigen Pressekonferenz zum Erntebericht stellte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer in Aussicht, dass im Haushaltsjahr 2026 nicht die in den Koalitionsverhandlungen angekündigten 1,5 Mrd. Euro für den Umbau der Tierhaltung berücksichtigt würden.

Martin Schulz, konventioneller Neuland-Schweinhalter und AbL-Bundesvorsitzender kommentiert:

Diese Aussage ist ein Schlag ins Gesicht für uns tierhaltende Betriebe. Wenn die wirtschaftlichen Perspektiven ausbleiben, wenn nicht die laufenden Kosten sprich unsere höheren Arbeitskosten langfristig gefördert werden, dann wird der Umbau der Tierhaltung scheitern. Vor allem den Umbau von Tierwohlställen zu fördern reicht – ohne die Bezahlung der laufenden Kosten – nicht aus. Die Gräben zwischen Verbraucher:innen, die weiterhin Tierwohl einfordern, und uns Bäuerinnen und Bauern würden dadurch tiefer statt geschlossen. Und der Lebensmitteleinzelhandel fordert höhere Haltungsstufen, ist aber nicht immer bereit, die Mehrkosten zu honorieren. Rainer wollte anfangs noch die Umsetzung des Borchertkonzepts, wenn er sich davon verabschiedet, würde er sein Versprechen brechen. Die AbL fordert Bundesminister Rainer auf, den Bäuerinnen und Bauern Mut zu machen, indem er wirtschaftliche Perspektiven und auch Planungssicherheit schafft. Und das sollte nicht bedeuten, Ideen von vorgestern wie Exportmärkte wieder aufzuwärmen. Die billigen Dumpingpreise haben uns Bäuerinnen und Bauern noch nie genutzt, sondern lediglich exportorientierte Agrarkonzerne verdienen daran. Außerdem müssen marktpolitische Rahmenbedingungen für uns Betriebe weiterentwickelt werden, damit wir am Markt kostendeckende und gewinnbringende Preise durchsetzen können.“

Noch im Juni hatte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer bei der top-Agrar-Veranstaltung „Landwirtschaft im Dialog“ gesagt, dass er dafür sorgen wolle, dass die Tierhaltung trotz Sparvorgaben nicht leer ausgehe: „Ich kann zusagen, ich werde dafür werben und auch hart kämpfen“.  

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Martin Schulz
AbL-Bundesvorsitzender
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