„Weidehaltung gehört in die Zukunft – nicht auf die Streichliste“

AbL fordert Kurswechsel der Bundesregierung

Anlässlich der morgen stattfindenden Bundeskabinettsitzung, bei der das Bürokratieabbaugesetz in der Landwirtschaft Thema sein wird, kritisiert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die mit dem Gesetz geplante Streichung der Öko‑Regelungen zur Weidehaltung als agrarpolitische Kapitulation unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus.

AbL-Weidehalterin Kirsten Wosnitza sagt:

„Die Politik darf nicht weiter streichen, was sie eigentlich stärken wollte. Wir brauchen eine Agrarpolitik, die gestaltet statt abbaut. Die Weidehaltung ist ein zentrales Element einer zukunftsfähigen Landwirtschaft – und gesellschaftlich klar gewünscht. Verbraucherinnen und Verbraucher wollen Milch und Fleisch von Tieren, die auf der Weide stehen. Wer die Förderung streicht, handelt gegen die Erwartungen der Bevölkerung und gegen die Betriebe, die mit erheblichem Mehraufwand Weidehaltung ermöglichen.“

Die AbL erinnert daran, dass die Bundesregierung im Koalitionsvertrag zugesagt hat, Weidehaltung auszubauen und Einkommensanreize für Klima‑, Umwelt‑ und Tierwohlleistungen zu schaffen. Die geplante Streichung widerspreche diesen Zusagen fundamental.

Kirsten Wosnitza sagt weiter:

„Viele Betriebe haben seit 2024 auf die angekündigten Mittel vertraut. Sie wurden hingehalten – und sollen nun erneut leer ausgehen. Das ist das Gegenteil der versprochenen Planungssicherheit. Weidehaltung leistet nachweislich einen wichtigen Beitrag zu Tierwohl, Landschaftspflege und regionaler Wertschöpfung, steht aber vielerorts wirtschaftlich unter Druck. Auch aufgrund der schwierigen Situation auf dem Milchmarkt und sich weiter zuspitzende Markt­konzentration braucht es jetzt eine klare politische Perspektive. Weidehaltung ist kein Randthema, sondern ein gesellschaftlicher Auftrag. Die Politik muss jetzt zeigen, dass sie es ernst meint – mit Tierwohl, mit Landschaftspflege und mit den Betrieben, die diese Leistungen täglich erbringen.“

Für die GAP‑Förderperiode ab 2028 muss die bundesweite Weideförderung zu den klar priorisierten Maßnahmen gehören. Die nächste Förderperiode biete die Chance, die Weidehaltung als wichtige Säule einer klima‑, tierwohl‑ und landschaftswirksamen Agrarpolitik auszubauen. Die AbL fordert das Bundeskabinett auf, die geplante Streichung zu stoppen und eine dauerhafte, attraktive und praxistaugliche Förderung der Weidehaltung zu verankern – in der laufenden GAP‑Periode und ab 2028.

Kontakt:
Vicky Gaul
AbL-Referentin für Agrarpolitik
Mobil: 0151-50756024