Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) hat ein 10-Punkte-Papier zum GAP-Starterpaket für Junglandwirtinnen und Junglandwirte verabschiedet und fordert ein GAP-Starterpaket, ein Paket, „das zu den realen Lebens- und Betriebsabläufen von Junglandwirt:innen passt und jungen Menschen in der Landwirtschaft echte Zukunftsperspektiven eröffnet. „Wer den Generationenwechsel in der Landwirtschaft will, muss jungen Menschen gezielt Anreize bieten“, sagt der BDL-Bundesvorsitzende Lars Ruschmeyer. Der BDL-Bundesvorstand benennt in dem Papier, an welchen Stellschrauben EU, Bund und Länder drehen müssen, damit Hofübernahmen wieder eine echte Option werden: verbindliche Mittel für den Generationenwechsel, passgenaue Förderinstrumente und eine Politik, die Landwirtschaft und ländliche Räume zusammendenkt.
Die Entscheidung für oder gegen einen Hof ist für den BDL eine der folgenreichsten im Leben von Junglandwirt:innen. Ruschmeyer weiß das aus eigener Erfahrung. „Nicht wenige junge Menschen entscheiden sich gegen die Hofübernahme, weil sie unsicher sind, ob sie in dieser kapitalintensiven Branche den wechselnden politischen Vorgaben und dem wirtschaftlichen Druck standhalten können.“
EU plant GAP-Starterpaket — BDL stellt klare Forderungen
Die EU-Kommission will mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 gegensteuern und den Generationswechsel in der Landwirtschaft ankurbeln. Jeder Mitgliedsstaat soll eine eigene Strategie und ein sogenanntes Starterpaket für Junglandwirt:innen erarbeiten. „Als größte deutsche Interessenvertretung des Berufsnachwuchses haben wir konkrete Vorstellungen, wie ein Starterpaket aussehen muss, damit es auch wirklich auf den Höfen ankommt“, so der BDL-Bundesvorsitzende.
Wahlfreiheit statt Einheitslösung
„Entscheidend ist, dass es im Starterpaket echte Wahlfreiheit gibt: Jeder Betrieb soll die Förderung nutzen können, die am besten zur eigenen Situation passt“, heißt es im Bundesvorstand. So vielfältig wie die Landwirtschaft sei, so unterschiedlich seien auch betriebliche, familiäre und persönliche Situationen. Aus Sicht des BDL braucht es ein Zusammenspiel aus vier Förderinstrumenten: Junglandwirt:innenprämie, gezielter Investitionsförderung, flächendeckender Niederlassungsbeihilfe sowie Beratungsförderung. Denn eine Hofübernahme ist mehr als ein Besuch beim Notar, so der BDL.
Echte Finanzspritze durch Zinsnachlass
Die Förderinstrumente im GAP-Starterpaket müssen nach Ansicht des Jugendverbandes zudem möglichst einfach ausgestaltet sein, damit sie auch in Anspruch genommen werden. Der BDL favorisiert daher eine großzügige Investitionsbeihilfe in Form vergünstigter Zinssätze und investivem Tilgungszuschuss: flexibel einsetzbar und unabhängig von der Betriebsstruktur. „Ein solches GAP-Starterdarlehen sollte nicht nur Maschinen und Ställe finanzieren, sondern auch den Bodenkauf oder den Wohnraum für z.B. Arbeitskräfte und Altenteiler“, erläutert Ruschmeyer.
Der BDL richtet einen klaren Appell an EU, Bundesregierung und Bundesländer: Die angekündigten sechs Prozent des EU-Agrarbudgets für den Berufsnachwuchs müssen kommen. „Wer heute möchte, dass in Landwirtschaft auch zukünftig investiert wird und der darf nicht bei einem Lippenbekenntnis bleiben, sondern muss handeln. Wir brauchen keine Absichtserklärungen, sondern ein verbindliches und praxistaugliches GAP-Starterpaket, das es den jungen Leuten ermöglicht, die Betriebe fortzuführen oder in Betriebe einzusteigen. Wir erwarten, dass die Bundesregierung sich endlich positiv positioniert und in Brüssel dafür überzeugend einsetzt“, appelliert der BDL-Bundesvorsitzende.



